Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

landwein, m.

landwein, m.
im eigenen lande gewachsener wein: vinum patrium lantwyhn Trochus bei Dief. 620ᶜ; landtwein, der hie gewachsen ist, indigena vinum Maaler 262ᵃ; swer der burger ald die in unserme getwinge sint her Klingenower vuoret ald andern win, der erger ist danne unser lantwin, der git von ielichem soume ein pfunt. swer den selben win vür lantwin verkoufet, der ist des valsches schuldige. Schaffhauser richtebrief von 1291, § 113; von neckerwein, franken, ellsauszer, lantwein von iedem aimer besonder sechsz mausz (steuer), von allem wälschen wein nichts uszgenommen, von iedem aimer zuͦ ungelt vier masz. Augsb. ratsdekret, d. städtechron. 4, 164, 26; wann landwein anhero zu verkaufen bracht wird. der stadt Leipzig ordnungen (1701) 396; vom eimer reinisch, franken, französisch, Erfurter und dergl. wein 6 gr. (steuer), vom eimer landwein 4 gr. 400; Burgunder, Johann, vom besten geschwind! rief er seinem bedienten zu ... er kam. Burgunder? nein, gnädiger herr, ein rother landwein. Rabener sat. 4, 113; vier gläser sauern landwein zu trinken. 114; ich habe eine flasche landwein getrunken, den man den kennern in Berlin mit aller ehre für Burgunder vorsetzen könnte. Thümmel 2, 262; weil hiebei ein guter landwein keineswegs geschont wurde. Göthe 25, 347; die oestreichischen landweine. Seume (1835) 51. — Am Bodensee und im vordern Rheinthale werden die seeweine, die am ufer des erstern wachsen, von den landweinen im innern des landes unterschieden.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1877), Bd. VI (1885), Sp. 150, Z. 65.

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Zitationshilfe
„landwein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/landwein>, abgerufen am 13.08.2020.

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