Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

langweile

langweile,
eigentlich componierte form neben dem blosz zusammengerückten langeweile und dem unverbundenen lange weile, vgl. oben sp. 173; die ältere sprache verwendet das wort häufiger, die moderne bevorzugt die loser verbundenen formen, läszt aber das von langweile gebildete, schon im 16. jahrh. vorkommende langweilig (s. unten) uneingeschränkt gelten, während das in der unten folgenden bedeutung 1 erst im 18. jahrh. auftauchende verbum langweilen, das jetzt auch ausschlieszlich gilt, eine zeit lang seine stelle mit langeweilen (s. d.) theilt. belege für langweile s. auch unter kurzweile theil 5, 2856:
oft aigner nutz, fürwitz, langkweil
machen den laiff über vil meil.
Schwarzenberg 132ᵇ;
langweil, otium taediosum, horae quae videntur alicui longiores. Frisch 1, 576ᵇ; ihre seele stumpft sich, und die langweile wird herr. Göthe 36, 58;
hier träte nun der fall der alten seelenpein,
der langweil, augenscheinlich ein.
Wieland 18, 201;
die herren generäle und commendanten ...
sind nicht für die langweil herbemüht.
Schiller Wallenst. lager, 2. auftr.
bairisch heiszt langweil auch anhaltender oder groszer jammer. Schm. 1, 1490 Fromm.; vgl. dazu unten langweilen 2 und langweilig 4. — langweile auch der name eines dünnen bieres: langweil oder kofent. Coler hausb. bei Frisch 1, 576ᵇ; langweil, nachbier Vilmar 237, das ist aber eine umdeutung aus langwelle, langwell, welche letztere form neben langwel hessisch auch begegnet. vergl. unten das zweite langwelle.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1877), Bd. VI (1885), Sp. 184, Z. 14.

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Zitationshilfe
„langweile“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/langweile>, abgerufen am 12.08.2020.

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