Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

langweilig, adj.

langweilig, adj.
in mehreren bedeutungen, als bei dem ihm zu grunde liegenden langweile nachgewiesen werden konnten.
1)
nach der verbindung lange weile im eigentlichen sinne, lange zeit sp. 157 unten, was lange zeit dauert: longiturnus lanckweilig, longe durans Dief. nov. gloss. 239ᵃ; wann ich bei meinem bleibenden verstande, durch langweilige und schwere anfechtung in solche angst und noht geriehte. Schuppius 456; und wird die hineilende belustigung eines gelachs mit langweiliger unlust mehrmals beleget. Butschky Patm. 350; dinge, die uns auf der vorhabenden langweiligen reise nutzlich sein könten. Felsenb. 1, 583; die Peloponesier sind in langweiligen und über see zu führenden kriegen ungeübt. Heilman Thucyd. 163; beharrlich: so langweilig und standhaft die Lacedämonier das gefecht aushalten, bis der feind zum weichen gebracht worden. 725; lange während, in bezug auf erfüllung von hoffnungen: künftige hofnungen, mit welchen es noch langweilig aussiehet. 750.
2)
mit dem beisinne des lästigen, vergl. lange weile sp. 159, langeweile und langweile: langweilig, tardus, lentus Steinbach 2, 963; du bist ein langweiliger kerl, cessator es, langweilig sein, cocionari. ebenda; als es 23 uhr (die stunde vor sonnenuntergang) schlug, und Albano die langweiligen schläge addieren wollte. J. Paul Tit. 1, 6.
3)
langweilig, langeweile verursachend, eine bedeutung die in der modernen sprache allein fortdauert: langweiliges leben, vita ob nimium otium taediosa Frisch 1, 576ᵇ; Demokrit, bei dem alles seine zeit hatte, glaubte, dasz eine komödie, die kein ende nimmt, die langweiligste unter allen kurzweilen sei. Wieland 19, 66; um aber keck und kühn die wahrheit zu bekennen, so ist mir seine (Ciceros) schreibart langweilig vorgekommen, so wie sein ganzer zuschnitt. Bode Montaigne (1793) 3, 199; man hätte ihm gelegentlich ein hübsches mädchen verschafft, um eine ewige langweilige beiwohnung bei seiner ehefrau zu unterbrechen. Göthe 36, 16.
4)
langweilig, traurig, vgl. oben langweile gegen ende: langwylig, trauwrig, illaetabilis Maaler 262ᶜ; dasz auch e. k. f. g. anzeigen, wie es ihr langweilig sei, weil unser gnädiger herr, e. k. f. g. gemahl abwesend sind, kann ich wohl glauben. Luther br. 5, 638; (die seele) bricht jhm (dem leibe) den schlaf, macht jhn (den leib) unruͤwig und langweilig. W. Spangenberg ganszkönig vorr. iijᵃ; ein heszlich weib ist ein langweiliger aspect. Lehmann 169.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1877), Bd. VI (1885), Sp. 184, Z. 53.

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Zitationshilfe
„langweilig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/langweilig>, abgerufen am 07.08.2020.

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