Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

lappalie, f.

lappalie, f.
kleinigkeit, nichts wertes ding, von lappen lumpen mit lateinischer endung und in folge dessen auch mit fremder betonung (lappálie). dergleichen bildungen, wahrscheinlich durch die macaronische poesie gezeugt, stehen seit dem 16. jahrh. nachzuweisen, vgl. hankalia theil 4², 455. es sind eigentlich neutrale plurale und die früheste vorkommende form unseres wortes musz lappalia, von einem sing. lappale, gelautet haben. aber das sprachbewustsein behandelt sie als feminine, zunächst nur im plural erscheinend, in welchem das wort am frühesten von Stieler verzeichnet wird: lappalien, propr. penicula et pannucea, metaph. autem battologia, nugae, gerrae 1071; schlechte sachen, alias lappalien, res viles et tenues, gerrae, quisquiliae, titivillitium, puerilia, nullius pretii 1849; der plural ist auch noch im 18. jh. und später vorwiegend: anbei habe ich müssen meine lappalien vollends fertig machen. hier erhalten sie ein exemplar davon. es sind fabeln. Lessing 12, 137; den andern morgen sah ich Ascanio, der an der seite seines meisters einige lappalien arbeitete. Göthe 34, 279; das sind vielleicht die wichtigern pertinenzstücke seiner stube, wobei man lappalien, leere markenkästchen, ein nähpult, einen schwarzen basaltenen Kaligula, der aus brustmangel nicht mehr stehen konnte, ein wandschränklein u. s. w. nicht anschlagen wollte. J. Paul flegelj. 1, 126; die kleinsten lappalien sind ihm erheblich genug für eine depesche. Tit. 1, 65; ein paar lichtschimmer, hie und da ein stückchen sphärischer musik, oder ein unmotivirter knall gelang mir auch glücklich unterweilen (beim verkehr mit geistern), der kleinen lappalien und brieflesen mit dem nabel und gucken durch dicke bretter natürlich zu geschweigen. Immermann Münchh. 2, 123;
es steht bei dir, ihm (dem dichter) vorzuziehn lappalien,
du nordisch volk, ihn aber schützt Italien!
Platen 321.
der sing. die lappalie, von Adelung verzeichnet, ist jetzt häufiger im gebrauche: dieser preis ist nur eine lappalie für ein solches kunstwerk; wegen so einer lappalie musz man sich nicht entzweien.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1877), Bd. VI (1885), Sp. 191, Z. 51.

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Zitationshilfe
„lappalie“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lappalie>, abgerufen am 12.08.2020.

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