Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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lapperei, läpperei, f.

lapperei, läpperei, f.
1)
das flicken: lapperei satura, interpolatio Stieler 1071;
und eben dieses (flicken der sprache mit fremden wörtern) wehr den Teutschen auch geschehn,
wenn nicht mit allem ernst da wehre zugesehn:
der lapperei gewehrt, das reine teutsch erzwungen,
das nichts erbettlen darf von frembder sprach und zungen.
Rachel satyr. ged. (1677) s. 113.
2)
häufiger lumpenwerk, abfall; im eigentlichen sinne: sich enthalten, schutt und lapperei an die kirchwinkel zu schütten. Eilenburger statuten bei Kreysig beitr. 3, 94; lumpichtes zeug, flickfleck: wann einer glaubt, dasz seine alte beschissene schuh oder etwas angehengtes oder umbwundens oder dergleichen ander lepperei, so er tregt, jn vor unfall bewaren, der steckt warlich in stäter abgötterei. Fischart daemonomania (1591) 293. übertragen, lumpenwesen, unordnung: es ist lauter lapperei mit ihm, haeret in luto ut mus in pice, immemor est mandatorum, nunquum officio suo satisfacit, negligenter gerit omnia. Stieler 1071; auch nichtswerte kleinigkeit: lapperei, puerilia, ineptiae Frisch 1, 577ᵇ, wie lumpenwerk, lappalie (s. d.); weil dir deine lappereien miszglücken, kommst du und willst ein schelm, ein meuchelmörder werden? Schiller räuber 3, 2; um einer lapperei willen. Engel der dankbare sohn 30; in dieser schrift behält Wezel recht, und wenn Platner noch darauf antwortet, so ist leicht zu vermuten, dasz er wieder recht behält, wies bei allen läppereien der art ist. (Schulz) alm. der belletristen (1782) s. 213; ich sehe dasz .. 'des minnesangs frühling' .. in meinem nächsten durch die läppereien des rectorats verkümmerten jahre wohl nicht zu stande kommen wird. Lachmann an Uhland, Germ. 12, 245; in einigen beispielen mit dem bestimmten sinn der thorheit oder des thörichten gebahrens, an lappe sp. 192 angeschlossen:
her konik, wir kunen nit versten,
wie wir ein urteil sullen fellen,
dann heist euch des pocks halben auch erzelen,
wie in ir vater enpfolhen hab,
das man doch irs geschreis kum ab,
wann ir seht wol, es ist eitel lepperei.
fastn. sp. 84, 12;
was geheit ir euch mit solcher lepperei?
274, 24;
sölch toll fantasey,
wie sonst viel ander lepperey
der teufel hat gerichtet an.
E. Alberus 83;
was in meiner jugend mäyen
von der Venus kindeleyen
ich gezeichnet auf papier,
dieses auch entführt er (der krieg) mir.
o, ich wolt jhm wol verzeihen,
wann bei diesen lappereyen
die gepächte krumme hand
ferner sich hätt abgewand.
Logau 2, 40, 50;
mein gott, die letzte welt wie kindisch wird sie doch!
rühmt jhre lapperey für alle weiszheit hoch.
3, 252, 199;
kein mensch ist davon frei, dasz er nicht zuweilen lappereien sagen solte. Bode Montaigne 5, 3. vgl. lafferei.
3)
läpperei, auch das zuläppern oder verläppern (des geldes). s. das folgende läppern.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 198, Z. 62.

lapperei, läpperei, f.

lapperei, läpperei, f.
1)
das flicken: lapperei satura, interpolatio Stieler 1071;
und eben dieses (flicken der sprache mit fremden wörtern) wehr den Teutschen auch geschehn,
wenn nicht mit allem ernst da wehre zugesehn:
der lapperei gewehrt, das reine teutsch erzwungen,
das nichts erbettlen darf von frembder sprach und zungen.
Rachel satyr. ged. (1677) s. 113.
2)
häufiger lumpenwerk, abfall; im eigentlichen sinne: sich enthalten, schutt und lapperei an die kirchwinkel zu schütten. Eilenburger statuten bei Kreysig beitr. 3, 94; lumpichtes zeug, flickfleck: wann einer glaubt, dasz seine alte beschissene schuh oder etwas angehengtes oder umbwundens oder dergleichen ander lepperei, so er tregt, jn vor unfall bewaren, der steckt warlich in stäter abgötterei. Fischart daemonomania (1591) 293. übertragen, lumpenwesen, unordnung: es ist lauter lapperei mit ihm, haeret in luto ut mus in pice, immemor est mandatorum, nunquum officio suo satisfacit, negligenter gerit omnia. Stieler 1071; auch nichtswerte kleinigkeit: lapperei, puerilia, ineptiae Frisch 1, 577ᵇ, wie lumpenwerk, lappalie (s. d.); weil dir deine lappereien miszglücken, kommst du und willst ein schelm, ein meuchelmörder werden? Schiller räuber 3, 2; um einer lapperei willen. Engel der dankbare sohn 30; in dieser schrift behält Wezel recht, und wenn Platner noch darauf antwortet, so ist leicht zu vermuten, dasz er wieder recht behält, wies bei allen läppereien der art ist. (Schulz) alm. der belletristen (1782) s. 213; ich sehe dasz .. 'des minnesangs frühling' .. in meinem nächsten durch die läppereien des rectorats verkümmerten jahre wohl nicht zu stande kommen wird. Lachmann an Uhland, Germ. 12, 245; in einigen beispielen mit dem bestimmten sinn der thorheit oder des thörichten gebahrens, an lappe sp. 192 angeschlossen:
her konik, wir kunen nit versten,
wie wir ein urteil sullen fellen,
dann heist euch des pocks halben auch erzelen,
wie in ir vater enpfolhen hab,
das man doch irs geschreis kum ab,
wann ir seht wol, es ist eitel lepperei.
fastn. sp. 84, 12;
was geheit ir euch mit solcher lepperei?
274, 24;
sölch toll fantasey,
wie sonst viel ander lepperey
der teufel hat gerichtet an.
E. Alberus 83;
was in meiner jugend mäyen
von der Venus kindeleyen
ich gezeichnet auf papier,
dieses auch entführt er (der krieg) mir.
o, ich wolt jhm wol verzeihen,
wann bei diesen lappereyen
die gepächte krumme hand
ferner sich hätt abgewand.
Logau 2, 40, 50;
mein gott, die letzte welt wie kindisch wird sie doch!
rühmt jhre lapperey für alle weiszheit hoch.
3, 252, 199;
kein mensch ist davon frei, dasz er nicht zuweilen lappereien sagen solte. Bode Montaigne 5, 3. vgl. lafferei.
3)
läpperei, auch das zuläppern oder verläppern (des geldes). s. das folgende läppern.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 198, Z. 62.

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Zitationshilfe
„lapperei“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lapperei>, abgerufen am 11.08.2020.

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