Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

lasch, adj.

lasch, adj.
schlaff, matt, träge, dem sinne nach mit lasz (s. unten) übereinkommend; entlehnung aus dem franz. lâche darf nicht behauptet werden. denn da das wort bereits altbezeugt ist: lassus lasch Dief. 319ᶜ (niederdeutsch, 15. jahrh.), und in wechselnder bedeutung durch oberdeutsche wie niederdeutsche dialekte reicht, schweizerisch auch in der umgelauteten form läsch sich findet, so ist schon darum eine übernahme aus fremdem sprachgebiete unwahrscheinlich, wozu noch die leichte und natürliche erklärung aus dem deutschen selbst kommt: lasch und läsch scheinen aus lassisch und umgelautet lässisch zusammengezogen, und die nächsten verwandten von lassig, lässig träge, nur durch ein anderes bildungssuffix unterschieden. und doch ist etwas gedehntes, lasches, mit stirn und aug und nase disharmonisches in der unterlippe und im allzuflachrunden kinne. Lavater 4, 8, 9. fragm. s. 415;
seyd nicht so lasch, ihr langen gesichter:
entzündet rasch die hochzeitlichter!
Gubitz volkskal. 1838, s. 115.
rheinisch lasch (neben lasz) lässig, nachlässig Kehrein 257; schweiz. läsch, ein läscher beutel, ein leerer Stalder 157, von der vorstellung des schlaffen ausgehend; niederd. lasch (wie lak) vom geschmack der speisen, denen das salz oder das andere nötige gewürz fehlt: ungesalzen, ungewürzt, unschmackhaft, fade Schambach 117ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 210, Z. 3.

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Zitationshilfe
„lasch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lasch>, abgerufen am 06.08.2020.

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