Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

lasterbar, adj.

lasterbar, adj.,
mhd. lasterbære, in mehrfachem sinne.
1)
nach laster 2, schmach bringend, schmählich, schimpflich:
wand es uns lasterbære
und ein grôʒ schade wære,
daʒ uns die fremden geste
zebræchen bœse veste
und uns dar inne erslüegen.
Part. u. Mel. 18925 Bartsch;
als die gewonheit der eegenannten frauen von India erbar ist, also herwider lasterber der weiber gewonheit von Punica. H. v. Muglein Valer. Max. (1489) 31ᵇ.
2)
nach laster 3, ein gebrechen an sich tragend, unwert: der gaiʒ milch ist gar süeʒ, aber zehant und si gerint, sô ist si gar lasterpær. Megenberg 127, 26.
3)
nach laster 4, sündlich, der sünde ergeben:
genuoge milte wæren,
ob die lasterbæren
niht ze spotte bræhten si mit schalle.
K. v. Würzburg lieder 31, 43 (s. 386 Bartsch);
vitiosus untugendsam, untugendhaftiger, vol schand o. laster, lasterbar Dief. 624ᵃ; von dingen frevelhaft: von lasterbarer furlegung (de viciosa propositione seu expositione). Riederer spiegel der waren rhetoric (1493) e 4ᵇ (im wechsel mit lastersam furlegung).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 255, Z. 21.

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Zitationshilfe
„lasterbar“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lasterbar>, abgerufen am 11.08.2020.

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