Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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lasur, lazur, m. und n.

lasur, lazur, m. und n.
ein aus dem orient kommender stein und das daraus gewonnene blau; der stein heiszt persisch lâjuward (mit zischend gesprochenem j), arabisch lâzuward mit dem adjectiv lâzuwardî lazurfarben, welcher name im mittelalter mit der sache sich durch Europa verbreitet, vgl. Dozy Oosterlingen (1867) s. 24; im romanischen, franz. azur, ital. azzurro, azzuolo, span. portug. azul, indem man den anlaut, den man für den artikel halten mochte, abfallen liesz (Diez wb. der rom. spr. 1, 42, vgl. auch azur oben theil 1, 1048). bereits im eilften jahrhundert bei Theophilus Presbyter erscheint lazur als gewöhnliches wort: deinde misce lazur cum modico menesc, sive cum folio, sive cum eodem colore unde implesti, et illumina primum, et cum puro lazur illumina superius. post haec misce parum albi cum lazur et fac subtiles et raros tractus. Lessing 10, 379; später in verschiedenen formen: zunich haiʒt lazûrstain und haiʒt auch ze latein lapis lazurii. der ist himelvar, wan er ist plâ mit goltvarben sprekeln. von dem stain macht man guot lazûr. Megenberg 465, 32; lazurium lazur, lasur, lasuer, lasure, blaw, blauvarwe, blawe dint Dief. 321;
ein brûtlachen von Gent,
noch plâwer denne ein lâsûr.
Parz. 313, 5;
es kam gleich ein mahler mit seinem werkzeug daher (mich abzumalen), nemlich mit minien und zinober zu meinen augliedern, mit lack, endig und lasur zu meinen corallen-rothen lippen. Simpl. 1, 72 Kurz;
ein röhtlich-brauner traubenstrauch
mit einer ungezehlten menge
von lieblich-blau-bethauten beeren,
an deren schmuck selbst der lasur nicht reicht.
Brockes 1, 285;
in der form lasul:
es sticht sein blau sapphir und lasul aus.
219.
lasur, lazur, kupferlasur, ist auch ein reichhaltiges kupfererz, der farbe nach fast wie blau angelaufen. Jacobsson 2, 562ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 267, Z. 4.

lasur, f.

lasur, f.
das lasieren, auftragen ursprünglich blauer, dann jeder durchsichtigen farbe:
ferner sah man die köstlichen bilder am rücken des kammes
hocherhaben, durchflochten mit goldenen zierlichen ranken
und mit roth und blauer lasur.
Göthe 40, 170;
im originale aber:
up desseme kamme stunden gegraven
etliche bilder, hôch vorhaven,
de weren alle kostliken geziret,
unde mit dem finesten golde dorchwiret,
rôt sinober unde blau lasûr.
Reinecke fuchs 4979;
tirol. lasûr glätte, politur, firnis. Fromm. 6, 441. aber auch wie das masc. lasur: die lasur, color cyanus, caeruleus Steinbach 1, 989.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 267, Z. 38.

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Zitationshilfe
„lasur“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lasur>, abgerufen am 06.08.2020.

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