Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

laszdünkel, m.

laszdünkel, m.
1)
einbildung, anmaszung, arroganz, aus der verbindung sich dünken lassen (th. 2, 1550. 5, 232) mit anlehnung an dünkel 2 (th. 2, 1539) gebildet, neben einer selteneren, an den infinitiv angeschlossenen bildung laszdunken: laszdunken macht den tanz guͦt. wenn man laszdunken ausz der welt neme, so were kein welt mer. denn es muͦsz bleiben, dʒ einem jeden das sein wolgefalle, also dasz er sich dunken laszt, alles was er thuͦt, das sei guͦt. Agr. spr. (1560) 159ᵃ (vgl. dazu auch dünkelgut th. 2, 1541). die form laszdünkel lebt bis ins 18. jahrh.: ladünkel, laszdünkel arrogantia Stieler 296; laszdinkel, philautia, er hat einen groszen laszdinkel, tumescit inani persuasione Steinbach 1, 306; der laszdunkel plaget ihn. Schottel 1117ᵃ; unter die sausewinde sind auch zu zählen alle die Geckshäuser, welche ausz eigenen laszdunkel oder eingebildeter hoffart sich für diejenige leute auszgeben, die sie doch in wahrheit nicht sind. Rist friedejauchz. Teutschland, vorbericht.
2)
auch ein eingebildeter mensch: dasz die demüthigen viel besser als ein laszdünkel und hochmüthiger mensch. pers. baumg. 4, 4; ein laszdünkel und klügling. Lauremberg acerra phil. no. 400. als fingierter eigenname in der form Latdünks: sonderlich wann meister Latdünks darzu kömmt. Agricola neue feldscherkunst (1701) s. 53. vgl. auch ladünkel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 270, Z. 55.

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Zitationshilfe
„laszdünkel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/laszd%C3%BCnkel>, abgerufen am 06.08.2020.

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