Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

laufel, läufel, f.

laufel, läufel, f.
1)
rinne. hessisch, im Haungrunde. Vilmar 239.
2)
die grüne hülse, namentlich der welschen nusz und der kastanie. Schm. 1, 1450 Fromm.; also thünt die würt gern den Schwoben, sie setzen inen die grünen nüsz für mit den louflen ... in dem Schwobenland sind lützel nüsz, sie sint inen seltzem, darümb ysset ein Schwob gern nüsz, aber er weisz nit das dʒ grün nüsz sint mit den louflen, und byszet dar in und verhönet den mund dar an. wenn die loufel ist sur bitter und ruch. Keisersberg bilg. 208ᵃ; nüszläufel dörr gepülvert brauchen etliche für pfefferwurz in der kost. Lonicerus kräuterb. 46ᵃ; nimb nuszläufelsaft ein loth. 189ᵃ. dafür auch die form läufe: nüszläufen zu äschen gebrandt, auf den nabel gelegt, stillets grimmen im leib. 46ᵃ; nüszläufenwasser mit eim drittheil essig ein trunk gethan. ebenda; in Franken lauf schale, hülse, nuszlauf, erbsenlauf. Schm. a. a. o.
3)
laufel, läufel, bei den jägern eine schleife oder schlinge zum vogelfangen; nach Campe fem. (die laufel), nach Adelung (s. v. schlinge) masc. oder neutr. (ein läufel).
4)
läufeln heiszen die jäger die kleinen pfade der hühner im grase, zum unterschiede der fährten anderer thiere. Jacobsson 2, 566ᵇ; laufel heiszen die glatten pfädchen, so das vieh in den hölzern gemacht hat und worauf die waldschnepfen gerne hin und wieder laufen. Heppe leithund 288. Dasz in den bedeutungen 1 und 4, und wol auch 3, dieses wort mit lauf und dem verbum laufen zusammenhängt, ist leicht zu sehen. auch würde die bedeutung 2 aus der ersten leicht herzuleiten sein; indes ist hier zur vergleichung herangezogen worden griech. λοπός schale, rinde, ὀλόπτειν abschälen, abhäuten, λέπειν abrinden, schälen, böhm. poln. lupina äuszere grüne schale des apfels, der nusz, hülse, schote, böhm. laupati, lupati, abrinden, schälen; so dasz, die richtigkeit dieser vergleichung vorausgesetzt, läufel in der zweiten bedeutung ein von den andern völlig verschiedenes wort sein würde.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 313, Z. 57.

laufel, läufel, f.

laufel, läufel, f.
1)
rinne. hessisch, im Haungrunde. Vilmar 239.
2)
die grüne hülse, namentlich der welschen nusz und der kastanie. Schm. 1, 1450 Fromm.; also thünt die würt gern den Schwoben, sie setzen inen die grünen nüsz für mit den louflen ... in dem Schwobenland sind lützel nüsz, sie sint inen seltzem, darümb ysset ein Schwob gern nüsz, aber er weisz nit das dʒ grün nüsz sint mit den louflen, und byszet dar in und verhönet den mund dar an. wenn die loufel ist sur bitter und ruch. Keisersberg bilg. 208ᵃ; nüszläufel dörr gepülvert brauchen etliche für pfefferwurz in der kost. Lonicerus kräuterb. 46ᵃ; nimb nuszläufelsaft ein loth. 189ᵃ. dafür auch die form läufe: nüszläufen zu äschen gebrandt, auf den nabel gelegt, stillets grimmen im leib. 46ᵃ; nüszläufenwasser mit eim drittheil essig ein trunk gethan. ebenda; in Franken lauf schale, hülse, nuszlauf, erbsenlauf. Schm. a. a. o.
3)
laufel, läufel, bei den jägern eine schleife oder schlinge zum vogelfangen; nach Campe fem. (die laufel), nach Adelung (s. v. schlinge) masc. oder neutr. (ein läufel).
4)
läufeln heiszen die jäger die kleinen pfade der hühner im grase, zum unterschiede der fährten anderer thiere. Jacobsson 2, 566ᵇ; laufel heiszen die glatten pfädchen, so das vieh in den hölzern gemacht hat und worauf die waldschnepfen gerne hin und wieder laufen. Heppe leithund 288. Dasz in den bedeutungen 1 und 4, und wol auch 3, dieses wort mit lauf und dem verbum laufen zusammenhängt, ist leicht zu sehen. auch würde die bedeutung 2 aus der ersten leicht herzuleiten sein; indes ist hier zur vergleichung herangezogen worden griech. λοπός schale, rinde, ὀλόπτειν abschälen, abhäuten, λέπειν abrinden, schälen, böhm. poln. lupina äuszere grüne schale des apfels, der nusz, hülse, schote, böhm. laupati, lupati, abrinden, schälen; so dasz, die richtigkeit dieser vergleichung vorausgesetzt, läufel in der zweiten bedeutung ein von den andern völlig verschiedenes wort sein würde.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 313, Z. 57.

läufel, m.

läufel, m.
in der ältern sprache für läufer;
1)
cursor läwfel Dief. nov. gloss. 124ᵇ; der mensch ist ein chnecht des todes, ein gast der stat, ein hingkender wegman oder läufel. gesta rom. 139 Keller; namentlich laufender bote: 6 [[undefined:poundsign]] d. Hansen dem leufel gen Prauge zu unser botschaft, do sy mit dem herzogen von Teck by dem kaiser wauren; der vand sie da nit und lof gen Wien. d. städtechr. 4, 29; Henslin unserm läfel. 188, 8; 2 [[undefined:poundsign]] d. Henslin dem löfel zu dem Fraunberger mit ainem prief von der vogtei wegen. 194, 8.
2)
junges, nicht mehr saugendes schwein: sponsauen und heurige laüfelen. Birlinger augsb. wb. 408ᵇ (16. jahrh.).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 313, Z. 46.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
landmark lauffrohne
Zitationshilfe
„laufel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/laufel>, abgerufen am 03.08.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch (¹DWB)