Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

lecke, f.

lecke, f.
1)
ort wo das vieh salz leckt, vergl. salzlecke; schweiz. lecke, lecki, sulz- oder gamsläcki, höhle in den felsen oder hochgebirgen, wo sich die gemsen öfters aufhalten und das erd- oder steinsalz begierig lecken, besonders in den gebirgen der östlichen Schweiz. Stalder 2, 162; hin und wieder auf denen hohen alpen finden sich dergleichen sandichte felsen, die also von den gemszungen ausgeschaben sind, dasz man gewaltige schrammen oder höhlinen darin sieht; die Pündtner heiszen solche ort gläck; andere nennen sie sulzen, sulzgläckinen, läckinen. Scheuchzer 1, 38. bei den landwirten ist lecke der trog, aus dem rindvieh oder schafe salz lecken.
2)
lecke, ein gemeng von gepulverten heilkräutern und salz, den schafen gegen krankheiten zu lecken gegeben, auch schaflecke: man solle zu den lecken nehmen rheinfahren, osterlucey, wermuth, enzian u. s. w. öcon. lex. (1731) s. 2144; andere geben ihnen diese folgende lecke (folgt ein verzeichnis von kräutern). 2145. vgl. dazu das neutr. leck oben.
3)
lecke, eclegma, electuarium. Stieler 1105.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1879), Bd. VI (1885), Sp. 476, Z. 52.

lecke, f.

lecke, f.
nebenform zum subst. leck (oben), vgl. auch leche sp. 472: rima navis eine lecke. Chytraeus nomencl. cap. 36; im deichbau heiszen lecken die durchzüge des wassers durch die deiche, die entweder aus den gängen und löchern kleiner thiere, wie mäuse, ratten oder maulwürfe, oder auch aus den im körper des deiches durch trockenheit entstandenen ritzen, rissen und höhlungen hervorgehen. Jacobsson 6, 430ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1879), Bd. VI (1885), Sp. 476, Z. 70.

lecke, f.

lecke, f.
bearbeitung der haut mittels der in warmes wasser getauchten badequaste (vgl. unten lecken besprengen), ein schweisztreibendes mittel der alten bader; mhd. auch leche Seifr. Helbling 3, 63, vgl. dort die ausführliche schilderung eines bades, das aus dem kneten der glieder, entwickelung von dampf, peitschen mit dem wedel (v. 41, welches eben nachher leche genannt wird), reiben und begieszen besteht;
reich mir ein kost (quaste) und einen hot,
einer legk solt uns geweren.
Germania 5, 216;
(einer alten frau) der dann die haut seer raidig was,
dʒ sy besorgt sy künd nit basz
der kretz halb komen zu ainer leck.
H. Folz, Haupts zeitschr. 8, 540;
an (ohne) lecke mochten sie nit baden.
Lilienceon volksl. 1, no. 40, v. 2071.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1879), Bd. VI (1885), Sp. 476, Z. 77.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
lauffeuer lederzucker
Zitationshilfe
„lecke“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lecke>, abgerufen am 18.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)