Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

lehrstand, m.

lehrstand, m.
stand dem die lehre, unterweisung obliegt; in älterer zeit gewöhnlich auf die geistlichkeit bezogen: lehrstand, doctorum ordo in ecclesia, presbyteri, status ecclesiasticus Frisch 1, 600ᵃ; gott hat drei heilige stende auf erden, den lehr, wehr und nehrstand. Mathesius Sar. 47ᵃ; sonst aber auf lehrer insgemein: nach unserer weise dürfen wir nur das blatt (einen kupferstich) aufmerksam betrachten, so spricht es sich wie jedes vortreffliche kunstwerk selbst aus: da sagen wir denn geradezu, es ist der lehrstand, der gern dem siegenden wehrstand huldiget, weil durch diesen allein sicherheit und fördernisz zu hoffen ist. den nährstand hatte Mantegna in den triumphzug als tragende, bringende, feiernde, preisende vertheilt, auch in der umgebung als zuschauer aufgestellt. nun aber freut sich der lehrstand den überwinder zu begleiten, weil durch ihn saat und cultur wieder gesichert ist. Göthe 39, 155;
liebchen, meine freunde rathen,
edlem lehrstand mich zu weihn.
Rückert liebesfrühl. (1872) s. 255.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1879), Bd. VI (1885), Sp. 578, Z. 17.

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Zitationshilfe
„lehrstand“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lehrstand>, abgerufen am 05.07.2020.

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