Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

lichtlos, adj.

lichtlos, adj.
ohne licht, finster: wirst du, künftiges Deutschland, das jetzige, welches dich zeugt, so verkennen in seiner lichtlosen gestalt wie Telemach seinen ärmlich gekleideten vater Odysseus? J. Paul dämmerungen 148;
fünstre nacht und liechtloszer verdrusz.
Weckherlin 235 (nach ps. 105, 28);
ohne ruhm:
ja wie Strabo ... schreibt, bisz auf Drusum und Julium ist Germania liechtlosz under dem metzen oder scheffel gesteckt.
Frank Germaniae chron. (1538) vorrede aa 3ᵃ;
harmlose, schuldlose, lichtlose, glanzlose leute.
J. Paul leb. Fibels, vorrede s. ⅤⅠ;
ohne sehkraft, blind: die lichtlosen löcher deiner stirne. Fr. Müller 2, 235, wie mhd.:
do begunden die stumben kôsen (reden)
unde gesehen die liehtlôsen.
Servatius 1692.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 887, Z. 35.

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Zitationshilfe
„lichtlos“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lichtlos>, abgerufen am 11.08.2020.

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