Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

lichtputze, f.

lichtputze, f.
scherenförmiges gerät zum abschneiden des verkohlten dachtes an brennenden unschlittlichtern: liechtbutze, emunctorium, furcinula Stieler 264; nach und nach kamen (durch lässige bedienung) lichter, jedoch ohne lichtputzen. Göthe 18, 258; bildlich: wenn zweitens die feder eines auszerordentlich guten autors eine lichtputze der wahrheit ist, wie umgekehrt dem h. von Moser im gefängnis die lichtputze die feder war. J. Paul Hesp. 3, 174; verächtlich von menschen, die in untergeordneter weise der aufklärung dienen: begeisterte lichtputzen werden sonette und messiaden schreiben. H. v. Humboldt in d. biogr. von Bruhns 2, 433; und da mit der lichtputze das licht nicht nur geschneuzt, sondern auch ausgelöscht werden kann, auch: er ist eine rute und peitsche meines geschlechtes, und eine rechte liechtbutze, welche aller seiner adelichen voreltern wolhergebrachten ruhm auslöschet. S. v. Birken Sylvia 11. — Doppelzusammensetzungen lichtputzkästchen, lichtputzpfännchen, worin die lichtputze liegt. Jacobsson 2, 609ᵃ; nach der form auch lichtputzschiffchen; lichtputzscheere, dasselbe was lichtputze; lichtputzteller.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 889, Z. 10.

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lichterdampf linksgang
Zitationshilfe
„lichtputze“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lichtputze>, abgerufen am 08.08.2020.

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