Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

lichtschütze, m.

lichtschütze, m.
eine art reisiger: eine fränkische anlage von 1501 verzeichnet 710 reisige pferde, 1754 fuszknechte, 24 pofessn (setzschilde), ungefähr 40 lichtschützen, 71 wägen und 17 schlangen und steinbüchsen. die lichtschützen kommen mit in die zahl der fuszknechte. jedes 'grosze geschlecht' soll einen solchen stellen. anz. des germ. mus. 1859, sp. 212; eine handschrift vom bairischen krieg 1504 nennt etliche paffesuner mit hohen setz-tartschen ... deren jeder hett sein heckhler, zu tragen seinen pafessun, und seinen liechtschützen im ganzen harnisch mit einem langen ahlspiesz; später aus dem land zu Behaim vor dem wald kamen 200 zu fusz, darunter waren 20. guter pafeszner, und zwanzig lichtschützen; beide stellen samt einer dritten ausgehoben bei Frisch 2, 36ᶜ. die pavese oder der setzschild hat in augenhöhe, mitten in das holz des schildes geschnitten, eine kleine fensterartige öffnung, durch die geschossen oder geschleudert werden kann; bei der verhältnismäszigen kleinheit gehört hierzu jedoch eine grosze übung des hinter dem setzschilde stehenden. da in den vorstehenden quellen stets der lichtschütze in verbindung mit der pavese aufgeführt wird, so ist darunter ohne zweifel ein solcher eigens auf den setzschild und seine augenöffnung eingeübter schütze verstanden.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 891, Z. 30.

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lichterdampf linksgang
Zitationshilfe
„lichtschütze“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lichtsch%C3%BCtze>, abgerufen am 04.08.2020.

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