Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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lidern, verb.

lidern, verb.,
nebenform zu ledern sp. 496.
1)
zu leder machen, gerben: lidern coriare. voc. inc. theut. m 4ᵇ; man soll des häszlins haut gerben und lidern. das es gut wär, das man die haut des häszlin gerbet und in ain wasser leget das sy auch gelidert würd. Keisersberg häslein (1510) Cc 8ᵃ; nun wirt zeit das du auch in das low gelegt werdest und ganz gelidert und in ein andere natur verkert werdest. Dd 1ᵃ; selig ist das häslin, dem sein haut also gegerbt und gelidert ist worden. Dd 1ᵇ; und nimpt die drucken fell, und die gelidert waren. Ulenspiegel 53, s. 78 Lappenberg; ain geliderte küehaut. Schm. 1, 1440 Fromm. (von 1512); ein bocksfell zu liedern. ebenda (von 1644);
und manchen (sah ich), der mit liedern sein täglich brot erwarb.
Rückert makamen 2 (1844) 162.
übertragen, lidern, einen prügeln (wie gerben). in Oberösterreich. Fromm. 3, 191.
2)
mit leder beziehen: im bergbau bezeichnet liedern und lidern einen maschinentheil so vorrichten, dasz er an einem andern sich in oder um ihn bewegenden dicht anschlieszt. Veith bergwb. 326 (was wesentlich durch bezug mit leder geschieht); liedern, die kolben der sätze des kunstgezeuges mit leder umnähen. Jacobsson 2, 613ᵇ; wenn man den embolum zu leise liedert, so schluckt er und giebt kein wasser; liedert man ihn aber zu hart, so ist es (das kunstgezeug) schwer zu bewegen. Becher 196. vgl. liderbühne, liderung.
3)
die haut eines thieres abziehen: das selb kalb muͦsz auch von einem juden gestochen, gelidert und aller ding zuͦgericht sein. Frank weltb. 159ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 895, Z. 63.

lidern, adj.

lidern, adj.
nebenform zu ledern, im ältern nhd., vgl. oben sp. 495: liderin, von läder gemacht, scorteus, terginus, pelliceus, coriaceus Maaler 270ᵈ; lideren sack oder emer, ascopa, est saccus de corio. voc. inc. theut. m 4ᵇ; coricapistrum, ain liderin halfter Dief. 151ᵇ; die lyderein eimer (feuereimer). Nürnberger pol.-ordn. 295; funfzehen liderein eimer und zwue grosz messein sprutzen. Tucher baumeisterb. 132, 30; do er (David) werfen wolt, thet er fünf kiszling in ainen liderin sack. Keisersberg siben hauptsünd (1510) aa 5ᵇ; ein edelman der het ein narren, der war jm lieb, dem machet er ein hübschen lidern kolben. Pauli schimpf 24ᵃ; liderne weinschleuch. Zimm. chr. 2, 83, 24; ein liderner sack. 217, 7; damit vergasz er ein liderer par hendtschuch. 3, 520, 20; der ein zerschnittens liderin goller angehapt. 560, 28; das man etwan liderne münz in kriegsleuften zur not auf ein zeit gemachet oder silbern stift dardurch geschlagen, wie die alte Sparnecker münz gewesen. Mathes. Sar. 165ᵃ; (wie) die Türken jr liederne schleuchlein noch heutigs tags am rosz mit sich füren. 271ᵇ; bindet seinen lideren sack ... dahinden auf sein rucken. Wickram rollw. 137, 12 Kurz; in eim lidern beutel. Kirchhof wendunm. 284ᵇ; ein lidern secklein. 286ᵃ; hetten einen lidernen mantel mit grünem wollen tuch gefüttert umb desz regens willen auf und uber den kopf gezogen und geschlafen. milit. discipl. 261; durch einen gefüderten lidernen mantel. 263; seine (eines riesen) liderne klaiden, die er mit eisenen rinken zugethan. Reichard beschr. des klosters Hirschau (v. 1610) bei Lessing 9, 247;
liedren aimer und sprützen,
inn fewers not zu nützen.
H. Sachs 1, 274 (3, 243, 36 Keller).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 895, Z. 34.

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Zitationshilfe
„lidern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lidern>, abgerufen am 11.08.2020.

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