liebenswürdig adj
Fundstelle: Lfg. 5 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 940, Z. 50
in demselben sinne wie liebenswerth, aber gewöhnlicher gebraucht, und manchmal mehr das äuszerliche der erscheinung betonend: ihre höchst liebenswürdigen eigenschaften und vorzüge. Göthe 4, 186; auch in seinen andern gedichten athmet gleiche liebenswürdige klarheit. 6, 57; wer mich nach meinen werken für liebenswürdig hielt, fand sich sehr getäuscht. 26, 269; die irrthümer des menschen machen ihn eigentlich liebenswürdig. 49, 69; er betete in sich, dasz sie keinen dieser verehrer liebenswürdiger als ihn finden möchte. Arnim kronenw. 1, 240;
liebenswürdige, nun flösze vertrauen mir ein!
Göthe 1, 370;
die menschen sind, trotz allen ihren mängeln,
das liebenswürdigste was es giebt.
4, 35;
ihr wäret werth gleich in die eh zu treten,
ihr seid ein liebenswürdig kind.
12, 152;
adverbial:
Nathan. das letztere, verkenn ich Recha nicht,
ist Rechas fall: sie schwärmt. Daja. allein so fromm,
so liebenswürdig!
Lessing 2, 197;
die frauen, die man erst erschreckt,
sind liebenswürdig zahm.
Göthe 1, 149.
Zitationshilfe
„liebenswürdig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/liebensw%C3%BCrdig>, abgerufen am 24.06.2019.

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