Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

liebes-

liebes-.
die zusammensetzungen mit diesem unechten genitiv sind hier zufrühest und ganz vereinzelt aus dem anfang des 15. jahrh. bei dem Mindener dichter Eberhard von Cersne zu belegen (unter liebesthat); eindringen von Niederdeutschland her ist hier sichtbar. sie dringen langsam vor, erst auf der wende des 16. und 17. jahrh. erscheinen sie häufiger (vgl. liebesbrunst, liebesschmerz, liebessitte u. a.), verbreiten sich dann aber im 17. jahrh. sehr rasch so, dasz sie die composition mit der alten und echten form liebe-, gekürzt lieb- (beispiele an alphabetischer stelle), am substantiv beinahe ganz verdrängen. das adjectiv und adverb dagegen zeigt noch heute vorliebe für die letztere form und setzt sich seltener mit liebes- zusammen; vergl. unten liebesbrünstig, liebesgesinnt, liebesgesund, liebeskrank, liebeskühn, liebessiech, liebestoll, liebestrunken, liebesvoll u. a.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 941, Z. 61.

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Zitationshilfe
„liebes-“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/liebes->, abgerufen am 08.08.2020.

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