Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

liebeskind, n.

liebeskind, n.
1)
kind der liebe, uneheliches kind (vergl. liebe sp. 924): der arme verfasser des goldnen spiegels .. musz nun .. die schooskinder seines alters, die producte einer silberhochzeit, gleich namenlosen liebeskindern, verheimlichen. Göthe an Schiller 456.
2)
zusammenrückung von liebes kind oben sp. 896: in der rede des gemeinen lebens oft sich liebeskind machen (durch die betonung líebeskind als zusammenrückung gekennzeichnet). bei Bürger erscheint im plural:
ihn hatte, wenn er schon
ein bastard war, die edelmüthige
Theano, eignen liebeskindern gleich,
zu gunsten ihres gatten grosz genährt.
159ᵇ,
nach Ilias 5, 71:
ὥς ῥα νόθος μὲν ἔην, πύκα δ' ἔτρεφε δῖα Θεανὼ,
ἶσα φίλοισι τέκεσσι, χαριζομένη πόσεϊ ὧ,
wo aber der übersetzer auch an eine eigentliche zusammensetzung mit der bedeutung kind ehelicher liebe gedacht haben kann; vgl. unten liebessohn. s. auch liebkind.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 949, Z. 70.

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Zitationshilfe
„liebeskind“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/liebeskind>, abgerufen am 11.08.2020.

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