Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

liederlichkeit, f.

liederlichkeit, f.
1)
sorglosigkeit, in bezug auf die zukunft, leichtsinn: das vierzehnte laster, wöliches sich ouch stellet, als ob es ein tugend wer, dasselb ist liederlichkeit, unsorgsamkeit. Keisersberg seelenpar., vorrede 3ᵇ; sorglosigkeit in bezug auf besitz, freigebigkeit: liberalitas miltikait ł liederlichait Dief. 326ᶜ.
2)
sorglosigkeit in bezug auf seine pflichten, nachlässigkeit: die liederligkeit, sorglose, indiligentia, futilitas, incuria, ignavia, segnities, negligentia, vanitas Maaler 273ᵃ; da ich denn viel vernommen, dasz es durch fahrlässigkeit, verachtung und liederlichkeit versaumt sei worden. Götz v. Berl. 44; im seie bei seinen zeiten kain geschickterer adenlicher herr, dann diser Johanns Wörnher, nie zukomen, und in dem er kain mangel oder etwas befunden, darin er furnemlich, dann allain umb sein saumnus und liederligkait in aignen sachen, zu strafen gewesen. Zimm. chron. 1, 405, 33; er (der wirt) war sorglos, ohne liederlichkeit, und sein behagen breitete sich über alle gäste aus, die sich bald häufig bei ihm versammelten. Göthe 15, 286.
3)
ausschweifende art, unordentliches leben: als der alte fortfuhr, auf ihre leichtfertigkeit und liederlichkeit zu schmählen. Göthe 18, 177; aus der schlechten gesellschaft, antwortete er mir, läszt sich vortheil ziehen, wie aus der liederlichkeit. 36, 81.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 991, Z. 73.

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Zitationshilfe
„liederlichkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/liederlichkeit>, abgerufen am 12.08.2020.

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