Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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liedlein, n.

liedlein, n.
kleines lied, cantiuncula:
dô ichs alrêst erkande, dô was sî sô tugentrîche
daʒ ich ir mîniu liedelîn ze dienste gerne sanc.
Neidhard 82, 26;
wolauf Debora, .. und singe ein liedlin. richter 5, 12; schaw doch, sie gehen nider oder stehen auf, so singen sie von mir liedlin. klagel. Jerem. 3, 63; wer mit schamparn worten, liedlin, historienbilden, die böse lust reizt oder zeigt. Luther 1, 322ᵃ;
von anstand und von fried und vielen schönen dingen
wil Fama dieser zeit ein neues liedlein singen;
doch weisz ich nicht obs new.
Logau 1, 2, 4;
melodie: nymstu dein fideln zuͦ deinen henden und singest ir darauf ein lydlein, du machst sy das sie sich zuͦ dem fenster ausz ab zuͦ dir würft. Steinhöwel dec. 565, 1 Keller; einer abtissin .. ein liedlein, und zwar ein geistliches aufzuspielen. Simpl. 3, 270 Kurz; er schlug manch bewegliches trauriges liedlein auf der lauten, und netzte oft die saite mit thränen. Schuppius 138; in sprichwörtern und redensarten: jedermanns liedlein sein, in jedermanns munde sein; ich bin ein spot allem meinem volk, und teglich jr liedlin. klagel. Jerem. 3, 14; und sihe, du must jr liedlin sein, das sie gerne singen und spielen werden. Hes. 33, 32; wolan ich weis noch ein liedlin von Rom und von jnen, jucket sie das ohr, ich wils jnen auch singen, und die noten aufs höchste stimmen, verstehest mich wol liebes Rom, was ich meine. Luther 1, 315ᵇ; ja das ist das alte gemeine teglich liedlin, das keiner sihet, wo den andern der schuch druckt, jedermann fület allein sein ungemach. 5, 183ᵃ; ich habe euch hie bevor ein liedlein gesungen, dasz all euer kirchengehen, euer beten, .. vergebens, und gott dem höchsten nicht angenehm sei, so lang ihr das alte rachgirige herz wider euren cousin und anverwandten behaltet. disz alte liedlein musz ich jetzo widerholen. Schuppius 274. 275; zwar ich kan .. einem ein liedlein davon singen, wie eine verläumderische falsche zunge einem ehrlichen mann sein herz und seine seele verwunden könne. 310;
die zwo erlich stet Braunschweig und Goslar
solten fur im stehen grosze gefar.
die wolt er der maszen treiben und zwingen,
dasz sie im müsten seins gefallens ein liedlin singen.
Schade sat. u. pasqu. 1, 56, 75;
o Valentin, ich wolt dir wol
von Eclaramunda ein liedlein singen,
das wird schön in dein ohren klingen,
dann ich weisz gar wol, wo sie ist.
J. Ayrer 315ᵃ (1573, 14 Keller);
new liedlin singt mann gern, grata novitas. Agr. spr. 11ᵇ. — ein übler plural empfindelnde liedleinchen Siegfr. v. Lindenb. 2, 301.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 993, Z. 36.

liedlein, n.

liedlein, n.
kleines lied, kleiner deckel (vgl. lied sp. 982): schneperlin oder eiserne liedlein (an den blasebälgen), welche wie die ventillen fürfallen. Mathes. Sar. 149ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 993, Z. 33.

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Zitationshilfe
„liedlein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/liedlein>, abgerufen am 14.08.2020.

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