Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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liegner, m.

liegner, m.
weinlager: darnach sol er (der wirt) den win ufthun, so er uff den ligner kombt, das er funf schilling heller an der ame winnung hab. weisth. 1, 451 (Mittelrhein, von 1516).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1019, Z. 1.

lügner, m.

lügner, m.
mendax, ahd. luginâri, mhd. lügenære: mendax lugener, ligener, logener Dief. 355ᶜ; lugner, mendax, fabulosus Maaler 275ᶜ; er (der teufel) ist ein lügener. Joh. 8, 44 (goth. liugnja ist); so jemand spricht, ich liebe gott, und hasset seinen bruder, der ist ein lügener. 1 Joh. 4, 20; ein armer ist besser denn ein lügener. spr. Sal. 19, 22; ich sprach in meinen zagen, alle menschen sind lügener. ps. 116, 11; die gottlosen sind verkeret von mutter leib an, die lügner irren von mutter leib an. 58, 4; du bringest die lügener umb, der herr hat grewel an den blutgirigen und falschen. 5, 7; solche verläumbder, lügner und ehrenschänder. Schuppius 663; unverschämter lügner! Lessing 1, 334; er ist ein lügner, ein schwarzer, giftiger lügner. Schiller räuber 1, 1;
das ist eines lügners eifer.
don Carlos 3, 4;
ich mag nicht falsch, mag nicht ein lügner sein,
und dennoch graut mir vor der wahrheit stimme.
Körner Hedwig 1, 6;
es heiszt einen zum lügner machen, einem sagen oder beweisen, dasz er gelogen habe: ist jemandt unschuldig, und mann leugt etwas auf jn, so muͦsz der unschuldig ein weil die lügen leiden, endlich aber fellet sie auf des kopf, von dem sie auszgangen ist, und macht jn zum lügner. Agr. spr. 31ᵇ; und machte die zu lügener, die jn getadelt hatten. weish. Sal. 10, 14; so wir sagen, wir haben nicht gesündiget, so machen wir jn (gott) zum lügener, und sein wort ist nicht in uns. 1 Joh. 1, 10; einer hielt um ein recommendation-schreiben an, damit er an andern orten möchte vor fromm gehalten werden, zu diesem sagte der patron: ihr wunderlicher mensch, mein schreiben wird euch nicht fromm machen, ihr aber könnet mich wol zum lügner machen. Chr. Weise erzn. 205 Braune; sprichwörtliches: dem lügner siehet man so tief in den rachen als dem wahrsager. Pistorius thes. par. 8, 3; das angesicht eines lügners ist allzeit schwarz. Olearius sentenzen 110; zeig mir den lügner, ich zeig dir den dieb. der lügner und der dieb wohnen unter einem dache. der lügner trägt des teufels livree. Simrock sprichw. 354;
wenn die lügner schwören,
wollen sie dich thören.
355.
die schreibung liegner ist unberechtigt, da das wort eine ableitung nicht des verbums lügen, alt liegen (sp. 1273), sondern des subst. lüge, alt lügen ist, begegnet aber bisweilen:
der weis glaubt keinem liegner.
H. Sachs dicht. 1, 247 Gödeke.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1284, Z. 70.

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Zitationshilfe
„liegner“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/liegner>, abgerufen am 04.08.2021.

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