Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

liesch, liesche, n.f.

liesch, liesche, n.,f.
riedgras. ein altes, auch über romanisches gebiet reichendes wort, in der alten sprache meist fem.: ahd. lisca, filix, carex Graff 2, 281; ital. lisca halm, gräte, piemont. lesca, mail. lisca, franz. laîche Diez etymol. wörterb. 1, 251; es ist ouch zu wissende, das zu mittel meigen, so sollent die banwarte bringen in den hof sebeden und liesche, das der appet und die hufer sufir gesizent. weisth. 1, 674 (Unterelsasz, v. 1320); carectum lesche Dief. 101ᵃ (niederländ., 14. jh.); ulva lesge 625ᶜ (ebendaher); und noch jetzt schweiz. die lische, grobes gras, vorzüglich aus dem geschlechte carex, wie es auf mooren wächst, und bald zum futter für pferde, bald zur streu gebraucht wird. Stalder 2, 174; auch Seiler 192ᵃ gibt d'lische, aber neben 's liesch, lieschgras, grobes gras 191ᵃ; das neutrale geschlecht des wortes scheint sich vom niederdeutschen sprachgebiete her verbreitet zu haben: altnd. lesc, scirpus, papirus Graff a. a. o.; mnl. carex lesch, niederrh. luyes Dief. 101ᵇ, ulva luys (niederrhein.), lisch (niederl.) 625ᶜ; lisch i. schelp, carex Kilian; lêsch lischgras. Parisius zusätze zu Danneil 26; im oberdeutschen: bimissen, ulva, est quedam herba, liesch. voc. inc. theut. b 8ᵇ; schim, ulva, est quedam herba in paludibus crescens, liesch. s 8ᵇ; den varn soll man jetz zum andermal aushauen, desgleichen die binzen, rhor und liesch. Herr feldb. (1545) 38ᵃ; nasaliert auch linsch Dief. 625ᶜ (mainzisch, 15. jahrh.); lünsch neben liesch Kehrein 264; auch lüsch: (holländisch) lisch, lies, (hochd.) lüsch, schwertellilie Kramer nieder-hochteutsches wörterb. 180ᵇ. endlich begegnet auch die form liesze, liesz: Plinius zehlet gewisz dise narrenkolben under die rhorgeschlecht, darmit die schiff versorget werden in den fuͦgen, das kein wasser darein mag kommen, wie dann bei uns Teutschen die küffer gemelter lucken schwertblätter nicht empären können, in den fuszböden und fuͦgen, zu welcher arbeit gedachte schwerter vast dienstlich seind, gemeinlich so sie noch nicht kolben tragen .. solche schwertbletter nennen die bender oder küffer knospen und lieszen. Bock kräuterb. 540; vgl. auch liesknospe unter knospe 6, theil 5, 1496.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1019, Z. 23.

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Zitationshilfe
„liesche“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/liesche>, abgerufen am 13.08.2020.

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