Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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liese, f.

liese, f.
stammleiste, stellholz, aus mhd. liuhse (vgl.leuchse sp. 826): liese neben lisse und liszte an einem leiterwagen oder auch groszen karren das stellholz Jacobsson 2, 622ᵇ; rhein. und nassauisch liehs, liesestang, lehs (fem.) die stange zum achsnagel, stütze der wagenrunge, hier und da der achsnagel selbst Kehrein 264.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1020, Z. 22.

liese, f.

liese, f.
abkürzung des frauennamens Elisabeth, als appellativum gebraucht, wie ähnlich Hans (vgl. dazu theil 4², sp. 457), Grete u. s. w.; für weibliche personen: im nördlichen Deutschland heiszt jede dumme weibsperson eine dumme Liese. Wackernagel kl. schr. 3, 160; in Schlesien flennliese weinerliches weibsbild, maerliese, langsames frauenzimmer, pfennigliese, geizige person, ein weiblicher küssenpfennig Weinhold schles. wb. 54ᵃ; Liese ist auch gewöhnlicher name der stuten. ebenda; bair. bezeichnet das dim. Lisl einen groszen krug, und das bund stroh, worauf sich die soldaten legen muszten, wenn sie weiland stockschläge erhielten. Schm. 1, 1513 Fromm.; faul Lieschen, name der pflanze gauchheil, anagallis arvensis Nemnich, niederl. fûle Lîs Schiller z. thier- u. kräuterb. 2, 30.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1020, Z. 28.

liese, f.

liese, f.
in mehrfachem sinne.
1)
bei den bergleuten eine enge kluft, in welche sich kaum die schärfe eines keils einsetzen läszt. Veith bergwb. 327.
2)
bei den fleischern das innere fett oder der schmer, welcher an den wammen eines schweins liegt. Jacobsson 2, 615ᵃ.
3)
liese, ein kleines hautgeschwür, krätzepustel: siro sur, lyesz Dief. 538ᵇ; etzliche menschen nennen denn solch jücken, krimmen und beiszen der augen, lieszen und sewren (krätze), dieselbigen vermeinen auch es sein etwan solche sachen, wie ofte manchem menschen in henden werden, das man sewren und lieszen nennet. Bartisch augendienst (1583) 108; dim. lieslein: denn solche scharfe feuchtigkeit gemeiniglich lieslin und blätterlin verursacht und volget daraus grosze hitze und auch röte der augen. 121; vgl. lies, tinea rotunda, ein reidlies. Alb. ff 4ᵇ (vgl. reitliese). in Niederhessen heiszen lieser, meist dim. lieserchen kleine pusteln auf der haut, geringer ausschlag, in Marburg eine lisse der leichdorn, der sich auf der fuszsohle gebildet hat. Vilmar 250; in Düringen und Obersachsen lies-chen, blütchen auf der haut.
4)
liese, auch deute und diese nennen die metallarbeiter die vorderste eiserne röhre an einem blasebalge, wodurch der wind ins feuer bläset. Jacobsson 1, 418ᵇ; die schnauzen oder liesen an blaszbelgen. Mathes. Sar. 149ᵇ; wir haben oben erwehnet, .. das die lieszen oder schnauzen an belgen eisznern sein und damit sie dennoch im schmelzofen kein schaden nemen, so sind sie mit einer thenen form bedeckt. 158ᵃ; denn wenn ein solcher kirchen blaszbalk kein schnepperlein oder thürlein vor seiner liesze oder lippen hat ... ebenda. Ob die vorstehenden vier bedeutungen éines ursprungs sind, steht dahin. das niederländische verzeichnet an vergleichbaren worten: liesche, inguen et membrana, liese, lijst, diaphragma, disseptum, septum transversum: et adeps, abdomen, membrana pinguis ex ventre porcorum, liese, membrana, sive pellis interior tenuis, liesken, membranula, pellicula interior Kilian; niederrhein. inguen die lies Dief. 298ᶜ, sächsisch plur. leesche, ags. lesca ebenda; inguen dat ghemechte of die leysche nov. gloss. 216ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1019, Z. 64.

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Zitationshilfe
„liese“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/liese>, abgerufen am 15.08.2020.

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