Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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linnen, adj.

linnen, adj.
leinen: lasset euch ein linnen gewand beschaffen. Scheffel Ekkeh. s. 269. vgl. das folgende.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1051, Z. 69.

linnen, n.

linnen, n.
leinenes gewebe, das substantiv gesetzte neutrum des vorigen adjectivs. es ist die niederdeutsche form gegenüber dem gleichbedeutenden hochdeutschen leinen (sp. 706); von dem alts. lînîn ausgehend:
gisah thâr thes godes barnes
hrêo-giwâdi, hêrron sînes
lînîn liggian.
Heliand 5904,
hat es seinen stammvocal verkürzt (vergl. in dem ampte der linnen-wevere. Rüdeger hamburg. zunftrollen s. 160, von 1375; s. auch die niederd. formen für leinwand sp. 710), und sich so in den niederdeutschen mundarten festgesetzt, von wo es im vorigen jahrhundert in die schriftsprache eindringt: das linnen, welches der Bremer in bezahlung nach Spanien ... geschickt. Möser patr. phant. 1, 16; so ist nicht der geringste zweifel, dasz nicht die schottländischen fabriken alles schlesische, und die irländischen alles osnabrückische, ravensbergische, lippische und Weser-linnen verdränget haben würden. 19; der handel mit klarem und feinen linnen. 234; sonst bringt das land (das osnabrückische stift) zur ausfuhr fast wenig, oder nichts hervor, desto mehr aber gewinnet der fleisz der einwohner an garn und linnen. osn. gesch. 1, 103; und gilt später gegen leinen sogar als das gewähltere wort:
denn gern sähe sie bald mit bleichendem linnen den anger
überspannt.
Voss Luise 2, 92;
trefflich hast du gehandelt, o frau, dasz du milde den sohn fort
schicktest, mit altem linnen und etwas essen und trinken,
um es den armen zu spenden.
Göthe 40, 234;
du siehst geschäftig bei den linnen
die alte dort in weiszem haar,
die rüstigste der wäscherinnen.
Chamisso in Wackernagels leseb. 2 (1876) 1701,
schmale, mit weiszem linnen bedeckte schultern. gartenlaube 1871, s. 513ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1051, Z. 71.

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Zitationshilfe
„linnen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/linnen>.

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