Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gelismet

gelismet,
gestrickt, s. lismen; besonders von dem ungenähten rocke Christi: der geliszmet rock Christi, der kein nät hat. Keisersb. brös. 45ᵃ; der herr hatt nit wellen laszen seinen geliszmetten rock zerteilen, der da bedeutet die christenheit, als die lerer sprechent, er hatt ee seinen leip laszen von einander teilen und döten. sünden d. m. 48ᵈ, christl. bilg. 45ᵇ; von dem gelysmatem rock auf des Petri leib. Hedio kirch. 355 (Scherz 512); vergl. auch bei Schmeller 2, 499 bair. 16. jh. mit seiden gelismat, mhd. auch clismat (für glismat), österr.:
der rok (Christi) was ân all nât,
als man die hantschuoh clismat
noch macht und die häublein.
Diemer beitr. 1, 52;
vgl. hendschuohglisman, d. h. strickerinnen, teufels netz 12050 (var. lisenen).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1883), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3036, Z. 18.

glismet, adj.

glismet, adj.,
s. gelismet teil 4, 1, 2, 3036, dazu glismetarbeit, f., name einer art von strickarbeit (1654) bei Unger-Khull steir. 295ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1936), Bd. IV,I,V (1958), Sp. 127, Z. 64.

lismen, verb.

lismen, verb.
stricken: bei Anne Marei stunden die hände und der mund in allerschönster harmonie, in viel gröszerer, als bei mancher gräfin, freilich konnte es nichts machen auf dem klavier, dafür aber hundert sachen, sogar etwas lismen. J. Gotthelf schuldenb. 207;
hendschuoch lisenen (var. glisman) und siden spinnen.
teufels netz 12050.
lismen ist ein ausschlieszlich alemannisches wort, wie das gleichbedeutende knütten (theil 5, 1536) ein niederdeutsches für das der schriftsprache gemäsze stricken: liszmen, lieszmen, stricken, z. b. strümpfe Stalder 2, 175; en strompf lisma einen strumpf stricken, der lismer, ein gestricktes oberkleid Tobler 301ᵃ; lisme, stricken, lieszmer, hosenlieszmer handwerker der ehedem bauern- und winterstrümpfe sowie mützen verfertigte. Seiler 192ᵃ; auf dem Schwarzwalde lismen stricken Schmid 359; mit einem weitreichenden hintergrunde, der den heutigen wortbegriff als einen verengten zeigt, und als ehemalige weitere bedeutung des wortes auch die des webens eröffnet: acupicta ein glismeth gewant, ein glyssemet kleid Dief. 11ᵇ (in andern quellen ein gestrickt kleid, gestickt werk); inconsutilis ungeneht ł gelyssmet, glyszmet 292ᶜ; ahd. gelisemet inconsutilis (tunica) Graff 2, 279; dies hängt wieder mit ahd. lisina, und dem mittellat. lisinna, gewirkter stoff, und mit lesa, gen. oder plur. lesun, lisinnae, gausapae (Graff 2, 250) zusammen, sowie mit altn. lesni, eine art weiblicher kopfputz oder haube (Vigfusson 385ᵃ), isländ. les, wollwaare, wollene, besonders gestrickte sachen (Biörn Haldarson 2, 23); alles aber führt zurück auf eine alte bedeutung des verbums lesen, noch im altnord. lesa sichtbar, die den begriff des sammelns (vgl. sp. 774) auf die fäden und maschen beim weben und ähnlichen arbeiten bezieht.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1061, Z. 42.

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Zitationshilfe
„lismen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lismen>.

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