Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

liverei, livrei, f.

liverei, livrei, f.
bedientenkleidung mit abzeichen, nebenform zu liberei sp. 853 fg., jetzt nur noch in gehobener sprache gebräuchlich, während die franz. form livrée in gewöhnlicher rede gilt: es ist ein böser ungetreüwer diener der sich beschamt die liverig seines herrens zuͦ tragen. Keisersberg seelenpar. 84ᵃ; wer ist es? in meines herrn seiner liverey? J. E. Schlegel 2, 198; die pracht der livereien, der glanz der equipage und der schmuck der zimmer war dem übrigen aufwande (Wallensteins) gemäsz. Schiller 920ᵃ;
zwei kisten seidenstoffe,
ihren knappen zur livrei.
Herder z. litt. 5, 100 (Cid 18);
die dam hat wackre diener, traun;
doch liebt sie sondre livrei,
wie regenbogen anzuschaun,
mit farben mancherlei.
Uhland ged. 336;
in derselben bildlichen verwendung wie liberei sp. 854 mitte: blässe der armuth und sklavische furcht sind meine leibfarbe: in diese livrei will ich euch kleiden! Schiller räuber 2, 2; ha! ich kenne euch! das ist die liverei des ewigen lügners. Fiesko 2, 19;
zeitlich segen
ist lange lange nicht die rechte lieverey
zu kennen wer ein christ in Christi kirche sey!
Logau 1, 102, 25 ('kennzeichen der wahren kirche');
was hüpft und geht
trägt Amors liverey.
Fr. Müller 3, 118.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1073, Z. 65.

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Zitationshilfe
„liverei“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/liverei>.

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