Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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lob, n.

lob, n.
laus.
1)
ahd. mhd. lop; alts. ags. fries. altnord. lof; goth. fehlt das wort und wird durch hazeins ersetzt, wie das verbum loben durch hazjan. lob steht ablautend zu dem adj. lieb (sp. 896) und fuszt mit demselben auf éiner wurzel (sanskr. lubh begehren, heftiges verlangen empfinden); aber zur entwickelung seines eigenthümlichen begriffs ist eine mittelvorstellung thätig gewesen, die in dem goth. adj. ga-lub-s geschätzt, wertvoll (nebenform zu ga-laub-s gleicher bedeutung: vastjôm galubaim ἱματισμῷ πολυτελεῖ 1 Tim. 2, 9) ihren ausdruck findet; so dasz lob zunächst erst das was wertvoll ist, das geschätzte, den vorzug, und dann erst die anerkennung einer solchen eigenschaft gemeint haben kann. Das wort zeigt in der alten sprache neben seinem neutralen auch masculines geschlecht:
dô huop sich dâ ein hôchzît
daʒ man ir vollen lop gît.
Erec 2127;
wofür aus der spätern zeit kein beispiel mehr zu geben ist. ein plur. ist selten: under herten straichen ist eʒ (das thier, der esel ist gemeint) sänftig und güetig. eʒ tregt gar swær pürd auf im. daʒ sint diu lob, diu der esel hât. Megenberg 119, 31; und disz ist under andern loben nicht daʒ geringste, welches man dieser stadt (Mailand) gibt: als dasz sie splendidè, magnificè, stattlich, zierlich, und schön bawet. G. F. Messerschmid die lustige narrheit 147.
2)
die ursprüngliche bedeutung von lob scheint noch durch, wenn es, schlechthin mit dem bestimmten artikel versehen, wie krone oder preis, als vorzug, auszeichnung steht: Tacitus gibt den Tengeris das lob zuͦ rossz, den Cattis aber zuͦ fuͦsz. Frank weltb. 28ᵃ; wie mhd.:
den lop er vor in allen an dem gejeide gewan.
Nib. 877, 4;
waʒ ob diu küniginne   den lop den Burgonden gît?
1821, 4;
auch in verbindung mit possessiven, sein lob haben, vorzüglich in seiner art sein: reichthumb hat hier und dort sein lob. pers. rosenth. 7, 20; 'er wüste viel, was die hunde vor ein nutzen hätten, er solte solche sachen unreformirt lassen.' Gelan. fiel ihm in die rede: es ist war, sagte er, die hunde haben ihr lob. Chr. Weise erzn. 166 Braune.
3)
gewöhnlich tritt bei lob bestimmt und allein hervor die hervorhebung des vorzüglichen durch die sprache, welche durch musicalische mittel unterstützt werden kann (vgl. unten lob singen; auch lob gotz hymnus, i. laus dei facta cum cantico. voc. inc. theut. n 1ᵇ). in verschiedenen wendungen.
a)
lob, der gegensatz von tadel: ein weiser mann ist gegen alles gleichgültig, gegen lob und tadel. Lessing 1, 484;
man heuchelt sehr bei hofe, man tadelt auch gemein:
im lobe musz das böse, das gut im tadel sein.
Logau 3, 115, 80;
lob und tadel musz ja sein!
Göthe 1, 12;
jeder zeigt hier, was er vermag; nicht lob und nicht tadel
hielte diesen zurück, förderte jenen zum ziel.
407;
irr ich mich nicht, so wirst du bald, o fürst
den tadel in ein frohes lob verwandeln.
9, 111;
er weisz
so glatt und so bedingt zu sprechen, dasz
sein lob erst recht zu tadel wird, und dasz
nichts mehr, nichts tiefer dich verletzt, als lob
aus seinem munde.
198.
b)
lob, formelhaft zu sinnverwandten begriffen gestellt; lob und dank:
die wolgemahlte vöglein schwank
ihr zünglein süszlich stimmen,
dem schöpfer sagens lob und dank.
Spee trutznacht. (1654) 115;
lob und ehre:
lob ehr und dank sei dir gesagt.
Luther 8, 358ᵃ;
o gott ich sag dir lob und eer,
das ich kein sünder bin als der.
Schwarzenberg 111ᵇ;
seht alles an, ruhm, lob und ehr,
habt freud und lust, was habt ihr mehr
als endlich weh und klagen?
P. Gerhard 98, 48 Gödeke;
sei lob und ehr dem höchsten gut.
geistl. lied von Joh. Jac. Schütz;
sei deinen worten lob und ehre.
Göthe 3, 274;
lob und preis: zu ehre, lob und preis Jhesu Christi. Luther 8, 207ᵃ; und nu herr gib jnen, das sie dich allezeit loben, fur solche gnade, und dir allzeit preis und lob opfern. Tob. 8, 18;
lob, preis und ehr sei deinem sohn.
Wackernagel kirchenl. 4, s. 293ᵇ;
dem höchsten man zu lob und preis
das opfer grosz erweiset.
Spee trutznacht. 253;
dieselben psalmen singt man auch
oelzweiglein in den händen ..
zuletzt, man will ein grünes reis,
so nimmt man weidenzweige,
damit der fromme lob und preis,
auch im geringsten zeige.
Göthe 3, 195;
lob und ruhm:
damit jhr lob und ruhm so weit mög umbher fliegen,
so weit die sonne lauft durchs grosze himmelshausz.
K. Kirchner bei Opitz (1624) 183;
wiewol auch ruhm als das höhere, dem lob als dem niederen entgegengesetzt wird:
mond und sonne, diese wärmet, unter jenem frieren wir:
nicht nach lob verlangt der dichter, doch nach ruhm verlanget
er.
Platen 72.
c)
lob hat den genitiv des subjects: das lob des frommen erfreute ihn (das er von dem frommen erhielt);
des pöbels lob
hält nicht die prob.
Simrock sprichw. s. 348;
aber auch, worüber der zusammenhang der rede entscheidet, den des objects: er sang das lob des frommen (das den frommen betreffende lob);
dasz er der krankheit feind ein new gesundheit legt,
und so darvon das lob desz besten arztes tregt (das lob, der beste arzt zu sein).
B. Wesselius bei Opitz (1624) 204;
ich will das herz mein leben lang
an lieb und lob der schönen,
und meine laute, meinen sang
an lieb und lob gewöhnen.
Bürger 11ᵃ;
wer sich auf lieb und lob versteht,
auf lieb und lob der mädchen.
ebenda;
ebenso verhalten sich die zu lob gestellten possessiva: mein lob erfreut ihn (das lob das ich ihm gebe);
mein lob ermuntre dein herz! denn wenn sie keines verdienen,
so lob ich selber die könige nicht.
Gellert 2, 73;
es ist mir nicht um mein lob zu thun (das lob das mich betrifft). Lessing 1, 254.
d)
es heiszt groszes, hohes, gerechtes, billiges lob; volles, eingeschränktes lob; ich halte viel auf ein billiges lob, und ich weigere mich keinen augenblick, es anzunehmen, wenn ichs verdiene. Gellert 3, 4; sie liebt sie viel zu sehr, als dasz ihr auch das geringste lob, das man ihnen beilegt, gleichgültig sein sollte. 4, 116; er schalt auf den herrn von Hagedorn, und von meinen versen sagte er, dasz kein judicium darinnen wäre. lob genug! 104; klatschendes lob betäubt mich. Lessing 1, 206; sie (heroische figuren in Hackerts gemälden) können aber auf kein groszes lob anspruch machen. Göthe 37, 347;
und angestimmt das hohe lob der frauen!
4, 98;
eigenes lob, das lob das man sich selbst gibt, im gegensatze zu fremdem lobe, dem von anderen empfangenen, im sprichworte: dann eigenes lob faulet in des redenden mund. Steinhöwel (1555) 82ᵇ; eigen lob stinkt gern. Pistorius thes. par. 4, 24;
eignes lob stinkt,
fremdes lob klingt.
e)
man sagt aber auch gutes lob: ein man .. der das veterlich gesetz lieb, und allenthalben ein gut lob, und .. gunst unter seinen bürgern hette. 2 Macc. 14, 37; damit sie ihr gut lob verlüre. Livius v. Schöfferlin 21; und im gegensatze dazu ein böses, schlechtes lob: und werden ausz den disputanten rixanten, welches dann ein groszer ubelstandt ist, und ein böses lob gebieret. L. Sandrub kurzweil (1618) 85;
die mesz hat schlechtes lob darvon.
59.
f)
das lob einer person oder einer sache (dat. oder gen.) sagen, singen (vergl. dazu unten lobreden, lobsingen), melden, verbreiten, verkünden, kund thun: die leute reden von jrer weisheit, und die gemeine verkündiget jr lob. Sir. 44, 15; stimmt an das lob der tochter Sarnos! Bürger 281ᵃ;
ich wil ir sprechen lop unz an mîn ende,
der ich mich lange hân gegeben.
Rubin 10, 1 Zupitza;
des himmels chör sich freuen drob,
und die engel singen gott lob.
Luther 8, 357ᵇ;
singt lob und dank
mit freiem klang
unserm herrn zu allen zeiten.
Wackernagel kirchenl. 4, s. 461ᵃ;
da wollen wir alle singen
gott lob in ewigkeit.
300ᵇ;
sage lob der schönen sonnen,
sage dank dem runden schein.
Spee trutznacht. (1654) 245;
dem, dessen lob der engel heer
im himmel stets vermeldt.
P. Gerhard 78, 3 Gödeke;
sein (des schöpfers) lob zu melden.
Gotter 1, 2;
einem oder etwas lob geben, thun, spenden, zollen; lob erhalten: al taʒ folc, sô iʒ gesah, gab gote lob. Tatian 115, 2; einem lob beilegen, laudem tribuere, de meliore nota aliquem commendare Frisch 1, 617ᶜ; das lob, das ich seinem leser (vorleser) beilegte. Wieland 3, 84;
lob sei gott dem vater thon.
Luther 8, 357ᵃ;
und mit artikel, wenn sich das substantiv auf einen bestimmten fall bezieht: einem ein lob gäben, oder einen loben, astruere laudem alicui. Maaler 274ᵇ; ich musz ihm das lob geben, dasz er sich gut gehalten hat; bald nennt er ein dutzend professores, die ihm sein lob schriftlich .. gegeben hätten. Lessing 1, 245;
wenn deine schrift dem kenner nicht gefällt:
so ist es schon ein böses zeichen;
doch wenn sie gar des narren lob erhält:
so ist es zeit, sie auszustreichen.
Gellert 1, 122;
lob erheben, mehren, vollenden:
dâ von dîn name sî gêret
und ouch dîn lop gemêret.
Walther 3, 22;
dasz er seins namens lob bisz an die stern erheb.
Wesselius bei Opitz (1624) 204;
indessen dasz mein sinn der welt gemeines ziel
vernichten, und sein lob auf etwas stellen will,
das gut ist und die zeit des lebens gut kan machen.
Opitz 1, 53;
ists billig dasz ich mehre
sein lob für aller welt.
P. Gerhard 117, 80;
mit einem wort, dasz ich das lob vollende:
da wo nichts ist, da habt ihr reine hände.
Göthe 4, 60;
lob haben: er hat das lob eines rechtschaffenen mannes (d. h. dasz er ein rechtschaffener mann sei, vergl. oben c); es war aber in ganz Israel kein man so schön als Absalom, und hatte dieses lob fur allen. 2 Sam. 14, 25; wiltu dich aber nicht fürchten fur der oberkeit, so thue gutes, so wirstu lob von derselbigen haben. Röm. 13, 3 (goth. þiuþ taujais jah habais hazein us þamma); wir haben aber einen bruder mit jm gesand, der das lob hat am evangelio, durch alle gemeinen. 2 Cor. 8, 18 (goth. brôþar þizei hazeins in aivaggeljôns and allôs aíkklêsjôns);
dô was er fier unde clâr.
swer in sach, der jach für wâr,
er wære gebluomt für alle man.
diz lop sîn varwe muose hân.
Parz. 306, 28;
lob suchen, verdienen, gewinnen, davon tragen, nehmen; versagen, verlieren, entbehren; dasselbige (frommsein) bringet ewiges lob, denn es wird beide bei gott und den menschen gerhümet. weish. Sal. 4, 1;
die jâhen daʒ nie vrouwe   besæʒe küneges lant
beʒʒer unde milter:   daʒ heten si für wâr.
daʒ lob si truoc zen Hiunen   unz an daʒ driuzehende jâr.
Nib. 1330, 4;
wol erkant ich Aldriânen:   wan er was mîn man.
lop und michel êre   er hie bî mir gewan.
1693, 4;
schnell liesz er sich vor seinen gönnern sehn,
und suchte schon sein lob in ihren mienen.
Gellert 1, 237;
S. sein name rührt mich nicht. G. auch nicht die schönen mienen?
S. wer weis es, Galathee, ob sie diesz lob verdienen?
3, 363;
weil man mir ein lob, ein knechtisch lob versagt.
Lessing 1, 193;
manch gutes werk hab ich verricht,
ihr nehmt das lob, das kränkt mich nicht.
Göthe 3, 175;
einem ein lob lassen:
noch hundert gulden! nehmt sie hin,
und laszt mir nur das lob, dasz ich erkenntlich bin.
Gellert 1, 102.
g)
zu lobe etwas reden, thun u. ähnl.: seid unterthan aller menschlichen ordnung, umb des herrn willen, es sei dem könige als dem obersten, oder den heubtleuten als den gesandten von jm, zur rache uber die ubeltheter, und zu lobe den frumen. 1 Petr. 2, 14; nemet die stad ein, dem evangelio zu lobe. Luther 3, 120ᵇ; ich will dieses nicht zu meinem lobe gesagt haben. Lessing 1, 378;
sô tuo daʒ dînem namen ze lobe,
und hilf uns daʒ wir mit dir obe
geligen.
Walther 3, 17;
wir jhm zu lob auf grünem feldt
je späth, je zeitig feiren,
und je dann einzel, je gesellt
auch brauchen harpf und leiren.
Spee trutznacht. (1654) 147;
ach! dasz nur jhm, dasz nur allein
ach! nur dasz jhm gefiele,
was ich zu lob, und ehren sein
bei meinen schäflein spiele.
ebenda;
wem tönt diesz kühnre lied? diesz lied, zu wessen lobe
hört es noch manche späte welt?
Lessing 1, 99;
etwas gereicht einem zu lobe, dasz er lob davon empfängt:
unser werk, arbeit, trew und fleis
gereich zu gottes lob und preis.
Wackernagel kirchenl. 4, s. 277ᵇ;
mit lob etwas vollbringen, so dasz man gelobt wird; mit lob von jemand reden, sprechen;
ein sehr geschickter candidat,
der lange schon mit vielem lobe
die kanzeln in der stadt betrat.
Gellert 1, 207;
um lobes willen, um gelobt zu werden:
der üm lobes willen thut
das was löblich ist und gut.
Logau 1, 54, 15;
in jemandes lobe einig sein, in jemandes lob einstimmen; und so wie er stets zu gottes lob singt, so sollen auch alle creaturen, die ganze belebte und unbelebte natur in sein lob mit einstimmen. Spee trutznachtigall, herausg. von Balcke, s. xlviii; in jemandes lob ausbrechen: sie gaften, sie staunten, sie bewunderten, und brachen in entzückendes lob aus. Lessing 1, 135.
h)
des lobes voll, des lobes würdig sein:
so scheut sie doch den schimpf, den nicht belohnt zu haben,
den man des lobes würdig nennt.
Gellert 2, 75;
schon lange war ich über
und über deines warmen lobes voll.
Bürger 55ᵃ;
des lobes ton, des lobes stammeln:
denn wahrlich keines lobes ton,
auch nicht der schönste, bringet
dem sänger einen süszern lohn,
als wenn er liebe singet.
128ᵃ;
(Oeser) sammelte mit geistesflug
im marmor alles lobes stammeln (als er Gellerts monument
fertigte).
Göthe 2, 153.
i)
lob ist irgendwo, bleibt, geht unter: das ist ein feine klugheit, wer darnach thut, des lob bleibet ewiglich. ps. 111, 10; jr lob wird nicht untergehen. Sir. 44, 12;
herr, immerdar soll deines namens ehre,
dein lob in meinem munde sein!
Gellert 2, 160;
lob gebührt einem:
keiner keinen soll beneiden,
beiden gleiches lob gebührt.
Spee trutznacht. (1654) 237.
k)
häufig die formel lob sei gott, oder in ähnlicher fassung, die aber immer auf eine person der dreieinigkeit geht:
lob sei dir, warer gottes sohn,
herr Jesu Christ im höchsten thron.
Wackernagel kirchenl. 4, 276ᵇ;
gott vater sei lob und dem son.
Luther 8, 360ᵇ;
lob sei den starken händen,
die alles herzleid wenden.
P. Gerhard 20, 26;
das verbum ist weggelassen:
gott lob und dank in ewigkeit.
Wackernagel kirchenl. 4, 276ᵇ;
gott lob, der jüngsttag ist nicht weit.
278ᵇ;
gott lob, das du der richter bist,
unser bruder, herr Jhesu Christ.
279ᵃ;
gott lob! nun ist erschollen
das edle fried- und freudenswort.
P. Gerhard 95, 1;
und die dankende formel gott lob! wird dann auch in der sprache des gemeinen lebens viel angewendet: gott lob ist es mit der mesz dahin kommen, dasz dieselben .. wenig leut besuchen. Sandrub kurzweil 59; gott lob! dasz wir das loos wieder haben. Gellert 3, 332; in éin wort zusammen gerückt: reiche leute haben trotz ihrer gelben vögel doch manchmal auch allerlei lasten und krankheiten auszustehen, von denen gottlob der arme mann nichts weisz. Hebel 2, 139;
gottlob! das heisz ich wohl beschwert!
ist mir doch endlich ein glück beschert!
Wieland 18, 222.
l)
personification von lob:
wann machte sich das lob der tugend eigen?
wann war es nicht des glückes folgemagd?
Hagedorn 1, 12.
4)
lob, der oder das gelobte; gelobte person, sache oder eigenschaft: ich wil euch zu lob und ehre machen unter allen völkern auf erden. Zephanja 3, 20; weiter, lieben brüder, was warhaftig ist, was erbar, .. ist etwa eine tugent, ist etwa ein lob, dem denket nach. Phil. 4, 8; alsdann, wolte ich die verständigste und weiseste schulmeister zusammen rufen, die nicht allein des verstands halber, sondern auch mit der erfahrnus und freundlichkeit lob, fürtreflich sein (d. h. an denen die erfahrung und das freundliche wesen gelobt werden). Schuppius 742. in der sprache des gemeinen lebens hört man oft die formel das ist kein lob, auf eine that oder eigenschaft, die berichtet wird, bezogen (= das lobe ich nicht): er ward in gesellschaft eines zweifelhaften menschen mehrmals gesehen, und das ist kein lob für ihn.
5)
lob, für den welcher lobt:
warum hat dich Crispin so vielmal schon erhoben?
er wird dein lob, um sich der welt selbst einzuloben.
Gellert 2, 22.
6)
lob, gelöbnis (vgl. unten das verbum loben 10): ieclîches gevangenen tât und lob en sal durch recht nicht stête sîn, daʒ her binnen deme gevanknisse gelobet. Sachsensp. 3, 41, 1; das was einer gelobt, versprochen hat: also gewan Ulenspiegel die meisterschaft von der bübery, und der künig gab im daʒ nüw kleid und die xx guldin. da reit Ulenspiegel hin weg und bracht von dem künig das lob. Ulensp. 24 s. 33 Lappenberg; s. auch gelob und unten loblich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1074, Z. 12.

lob, n.

lob, n.
für lab coagulum, s. sp. 3.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1078, Z. 27.

loben, verb.

loben, verb.
laudare; vovere; ahd. lobôn und lobên, mhd. loben; alts. loƀôn, ags. lofian, in englischen mundarten loave, love, fries. lovia, altnord. lofa (hier nicht nur in der bedeutung loben, sondern auch gestatten, erlauben, wie das für letztere bedeutung sonst geltende altnord. leyfa doch auch loben und preisen heiszt). der begriff des gelobens hat sich erst später entwickelt, vgl. unten no. 10.
1)
loben, lob spenden, auszeichnend einen oder etwas hervorheben, ist der gegensatz zu schelten (wie mhd., wb. 1, 1021ᵃ):
nieman sol ze langer frist
loben, daʒ ze schelten ist.
Freidank 62, 9;
und golt geheiszen (versprechen) und kupfer gelten,
und voren loben und hinten schelten.
fastn. sp. 743, 7;
wer mich lobt in praesentia,
und schilt mich in absentia,
den hole die pestilentia.
Pistorius thes. par. 7, 22;
du kannst uns loben, kannst uns schelten,
wir lassen es nicht für das rechte gelten.
Göthe 2, 252;
wer befehlen kann, wird loben
und er wird auch wieder schelten.
5, 84;
ferner zu schimpfen, tadeln: Damis. ungelehrte! unwissende! Lisette. ist das geschimpft, oder gelobt? Lessing 1, 272;
künstler! dich selbst zu adeln
muszt du bescheiden prahlen;
lasz dich heute loben, morgen tadeln,
und immer bezahlen.
Göthe 4, 316.
2)
verbunden mit sinnverwandten begriffen, loben und rühmen, loben und preisen, loben und bewundern: loben und breisen, commendare, preconisare, loben und eren, gloriari. voc. inc. theut. n 1ᵇ; jauchzet dem herrn alle welt, singet, rhümet und lobet. ps. 98, 4; das dich loben und preisen alle, so deinen namen kennen. 1 Macc. 4, 33; und hielten den sabbath, und lobten und preiseten gott. 2 Macc. 8, 27; wir loben gott den vater, son, und den heiligen geist, .. und preisen ihn von nu an bis in ewigkeit. Luther 8, 361ᵃ;
gott sei gelobet und gebenedeiet,
der uns selber hat gespeiset
mit seinem fleische und mit seinem blute.
363ᵇ;
(einer der ihn) mit loben und bewundern plaget.
Gellert 1, 83;
besonders auch loben und danken, wobei der casus des objects der dativ (nach danken) oder der accusativ (nach loben) sein kann: gotte zu loben und danken. Luther 6, 353ᵃ; betet, lobet und danket seinem gott. Dan. 6, 10; aber: denn gott hats so haben wöllen, das ich bei euch gewesen bin, den lobet und danket. Tob. 12, 18; wenn nicht das formelle unterscheidungszeichen des casus entbehrt wird: lobet und danket jhr gott von himel bei jederman. 12, 7; gott loben und danken. Luther 6, 353ᵇ; oder beide casus ausdrücklich unterschieden werden: danket jm, lobet seinen namen. ps. 100, 4;
herr gott dich loben wir,
herr gott wir danken dir.
Luther 8, 367ᵇ.
loben in allitterierenden verbindungen: den leuten bin ich von herzen gut: dasz aber etliche laster so beschaffen sind, dasz ich sie weder loben noch lieben kan, solches geht die leute so eigentlich nicht an. Chr. Weise erzn. 3; so gelobt und gelabt fiel er dem fürsten ... zu füszen. J. Paul doppelheerschau s. 197.
3)
loben mit einfachem persönlichen object: gott, den herrn, den schöpfer loben; alles was odem hat, lobe den herrn. ps. 150, 6;
dich (Maria) lobet der hôhen engel schar.
Walther 7, 25;
ich lob dich schöpfer der natur.
Schwarzenberg 121ᵃ;
posaun, cornet, trompeten klar,
auch hörner krum gebogen,
gott loben sollet jhr fürwar.
Spee trutznachtigall (1654) 110;
zierlich wider kombt gekrochen
manches rauschend wässerlein,
so mit steinlein underbrochen
sausend lobt den schöpfer sein.
248;
lobt den herrn! die morgensonne
weckt die flur aus ihrer ruh.
lied von J. S. Patzke 1769;
denn der herr ist gros und hoch zu loben. ps. 96, 4 (vergl. dazu hochgelobt theil 4², 1618); gern in der formel gott sei gelobt!; gelobet sei der herr teglich. ps. 68, 20; er wird dem volk macht und kraft geben, gelobt sei gott. v. 30; gelobet sei gott und der vater unsers herrn Jhesu Christi. 2 Cor. 1, 3;
gelobet seist du, gott der macht,
gelobt sei deine treue!
Gellert 2, 140;
einen menschen loben: einen mit wüssen und in guͦten treüwen loben, pleno ore laudare Maaler 274ᶜ; dadurch er veranlasset wird, mich höher zu loben, als ich verdient habe. Chr. Weise erzn. 56 Braune; einen loben über den schellenkönig, insane laudare, deum facere Serz 92ᵃ;
man lôbt nâch tode manegen man,
der lop zer werlde nie gewan.
Freidank 61, 9;
wer wird nicht einen Klopstock loben?
doch wird ihn jeder lesen? nein.
Lessing 1, 1;
wer hat die redlichkeit erhoben,
ohn unsre väter mit zu loben?
87;
der lobt die neuern nur, und der lobt nur die alten.
174;
auch wir andern, dich zu loben,
wollen solch ein wunder hören.
Göthe 3, 10;
einen ins gesicht loben: hier wird die jungfer sich entschuldigen, und wird bitten, er soll sie nicht so sehr in das gesichte loben. Chr. Weise erzn. 130 Braune; wenn es nur nicht eine so gar kützliche sache wäre, einen ins gesicht zu loben! Lessing 1, 254; sich selbst loben: ich lobe mich nicht gerne selbst. Lessing 1, 284. Sprichwörtlich den heiligen Martin loben, schlemmen (mit bezug darauf, dasz zu Martini winterschmäuse stattfanden und das gelage durch lieder zu ehren des heil. Martin gewürzt ward, vgl. die Martinslieder bei Uhland volksl. 565 fgg.): hat disz volk (die Deutschen), so thuot es, und lobt s. Martin, lebt also in tag auf geratwol. S. Frank weltb. (in Wackernagels leseb. 3, 1, 333); gib das du morgen auch zu geben habest. gib nit das andere im sausz leben und s. Martin loben, du unser frawen fastest. sprichw. 1, 80ᵃ.
4)
in erweiterter construction; einen einem andern loben, anpreisen, durch lob empfehlen:
die jhr wohl sagen dörft, ausz eingebildtem wahn,
die, so jhr einem lobt, die sei jhm strack bescheret,
als ob in gottes rhat jhr gar gestiegen wehret,
vermeint was euch gefellt, gefall gleich jederman.
Zinkgref bei Opitz (1624) 218.
mit zusätzen, die grund und ursache des lobens anzeigen; in der ältern sprache und bis in die neuere hinein einen eines dinges loben, wegen etwas: verwundert sich der landvogt des meisterlichen schutzes, lobt den Tellen siner kunst. Tschudi chron. 1, 238;
ich lobe got der sîner güete,
daʒ er mir ie verlêch die sinne
daʒ ich si nam in mîn gemüete.
minnes. frühl. 50, 19;
des lobet er got und fröute sich.
a. Heinrich 145;
o schöpfer der naturen!
hoch schwellet mir der muht,
wan dich der creaturen (wegen der creaturen)
man dankbar loben thut.
Spee trutzn. (1654) 105;
so sprach Atreus sohn. desz lobten ihn alle Achaier.
Bürger 212ᵃ;
dafür nachher einen loben wegen, um, über, für etwas: das du den herrn deinen gott lobest, für das gute land, das er dir gegeben hat. 5 Mos. 8, 10; lobe den herrn umb seine gabe. Tob. 13, 11; sie lobten alle gott, uber dem, das geschehen war. ap. gesch. 4, 21; Ludwig XIV. liesz sich nicht wenig darüber loben. Klinger 12, 52;
(dann will ich) weinend bei dem abschiedskusz
noch gott für diese freude loben!
Stolberg 2, 18;
auch loben von einem oder etwas, in der ältern sprache reflexiv (sich loben von einem, sich über ihn lobend aussprechen): item die Sweiczer vertiget man also von hinnen: man claidet sie alle in einerlei cleidung, halb weisz und halb rot röck, und begabet die haubtleut auch mit gelt, also daʒ sie sich gar seer lobten von einem rat, und schieden gar frölichen von hinnen. d. städtechron. 2, 340, 18; später aber, wie in anderen fällen, transitiv:
wer zu loben von viel sachen,
da wil lob sich schwerer machen
als bei dem, wo nichts sich weiset,
das man füglich rühmt und preiset.
Logau 3, 150, 78;
es folgt ein abhängiger satz mit dasz oder wie: lobet den herrn, dasz Israel wider frei ist worden. richter 5, 2; und der herr lobete den ungerechten haushalter, das er klüglich gethan hatte. Luc. 16, 8;
gelobet seistu Jhesu Christ,
das du mensch geboren bist
von einer jungfraw.
Luther 8, 357ᵇ;
ein mann Lutherum loben thet,
wie ein so standthaft gmüth er hett.
Sandrub kurzweil (1618) 51;
loben mit angabe der wirkung:
und ein tapetenköniglein
pindarisch zum Trajan zu loben.
Pfeffel 2, 30;
wahrhaftig, er ist so eitel, und ich bin so geschickt, dasz ich mich wohl noch zu seiner frau an ihm loben wollte. Lessing 1, 239.
5)
loben, mit einfachem sächlichen object: der herr dein gott hat sie erwelet, das sie jm dienen und seinen namen loben. 5 Mos. 21, 5; herr erhebe dich in deiner kraft, so wöllen wir singen und loben deine macht. ps. 21, 14;
lobt, die ihr gottes knechte seid,
lobt seines namens herrligkeit.
Opitz psalmen s. 217;
lassen sie mich immer ein herz loben, madam, mit dem sie so viel ähnlichkeit haben. Gellert 4, 168; jeder krämer lobt seine waare. Simrock sprichw. 312;
maneger lobt ein fremedeʒ swert,
het erʒ dâ heime, eʒ wære unwert.
Freidank 61, 11;
da lobt es (mein herz) deines hauses glanz
und kanns doch nicht gnug loben.
P. Gerhard 49, 77;
nun lobt ihr menschen, wie ihr wollt,
des erdenlebens güte.
98, 31;
man lobte seinen (eines hundes) scherz, belachte seine sprünge.
Gellert 1, 86;
die halbe stadt lobt ihrer stimme schall.
28;
das röslein hat gar stolzen brauch
und strebet immer nach oben;
doch wird ein liebes liebchen auch
der lilie zierde loben.
Göthe 1, 190;
lobte, was zu loben war,
sollte das was schaden?
mein dem flachse gleiches haar,
und den gleichen faden.
202;
denn freilich, wo die mühe war gehoben,
da kann der waller jede stunde loben;
er geht beherzt, denn schritt für schritt ist leicht.
3, 140;
mit persönlichem wie sächlichem object: wenn sie (die zauberer oder hexen) ein hübsch rosz oder einen hübschen baum oder ein hübsch kind loben, von stund an, so bald sie es loben, dörret es. Keisersberg emeisz 47ᵃ; es ist ohne noth einen frommen mann zu loben oder auszuschreien, als wie wein, den man zum kauf anzepfen will. Mathesius Syrach 1, 58ᵃ, zugleich mit einem persönlichen auf das subject bezüglichen dativ, verschieden von dem unten no. 10:
lobt mir Davids weisen sohn! ..
brüder, lobt den Salomon.
brüder, laszt sein lob erschallen;
doch vor allen
lobt mir seinen weisen schlusz:
wer viel lernt, hat viel verdrusz!
Lessing 1, 85.
6)
etwas an einem loben: jeder lobte dasjenige an ihnen, was er an sich lobenswürdiges zu finden glaubte. Lessing 1, 254;
ich lob an dir als ein jurist,
was rechtens an dir löblich ist.
204;
wie mhd.: swaʒ man lobet an dem man,
dâ kêrt er sînen flîʒ an.
Freidank 61, 25.
7)
der infinitiv substantivisch: frewet euch der barmherzigkeit gottes, und schemet euch seines lobens nicht (schämt euch nicht, dasz ihr ihn lobt, vgl. dazu lob 3, c sp. 1075). Sir. 51, 37; aus einem munde gehet loben und fluchen. Jacobi 3, 2; weiter ist der alcoran vol eigens unnützes lobens. Luther 8, 16ᵇ;
mîn eines loben ist ein wiht,
volgents ander liute niht.
Freidank 61, 1;
im hause, da täglich mit loben
sein name wird herrlich erhoben.
P. Gerhard 7, 63;
nicht lobens wegen sind sie hier; ich weisz,
sie sind geschickt, zu tadeln und zu schelten.
Schiller Piccol. 1, 4;
vgl. dazu lobenswerth, lobenswürdig.
8)
dinge loben ihre verfertiger, wenn auch stumm, durch die blosze darstellung ihrer vollendeten art: das werk lobet den meister, und einen weisen fürsten seine hendel. Sir. 9, 24;
von der stirne heisz
rinnen musz der schweisz,
soll das werk den meister loben.
Schiller glocke v. 7;
auch des wappens nette schilder
loben den erfahrnen bilder.
v. 389;
es ist unvonnöthen, dieses lustspiel weitläuftig auszustreichen: weil es wegen der schönen erfindung, artigen eintheilung, künstlichen verwirrung, beweglichen schliszung und lehrreichen reden, sich selbst genugsam lobet. A. Gryphius 1698 1, 952; übrigens wird in der geschichte die tugend immer am besten sich durch und aus sich selbst loben. Schlosser weltg. 4, 351.
9)
loben, in den begriff des billigens, gutheiszens überschlagend, wie schon ahd. lopôn durch probare, approbare glossiert wird (Graff 2, 62): approbare loben, loven, laven Dief. 43ᵃ; in der urkundensprache mit lieben sich gefallen lassen (vergl. sp. 931) als rechtsformel: und haben denselben briev an allen seinen stücken, punkten und artikeln geliebet und gelobet und haben in von unsern fürstl. gnaden bestetigt. schles. urk. von 1367 bei Haltaus 1273; aber auch sonst später, wo der sinn der parteinahme für etwas, des besser gefallens als etwas vorher erwähntes, hervortritt: ich lobe darin die ehrbarkeit der handwerksleute, welche keinen in ihrer gesellschaft leiden, welcher überzeuget ist, dasz er hurerei oder ehebruch begangen habe. Schuppius 518; eine andere sagte: eben darumb habe ichs meinem manne gar fein abgewehnet, dasz er an keinen vornehmen ort zur leiche oder zur hochzeit gehen darf. ich lobe es bei geringen leuten, da hat man das ansehen allein, und geht über die andern weg. Chr. Weise erzn. 195 Braune;
da lob ich euch, ihr jungen helden (gegenüber dem blöden liebhaber),
ihr wiszt von keiner langen pein.
Gellert 1, 77.
10)
in verbindung mit einem persönlichen dativ, ich lobe mir etwas, wofür beispiele erst seit dem vorigen jahrhundert und von schriftstellern Mittel- und Norddeutschlands hier zu geben sind: die bücher, die todten gesellschafter! nein ich lobe mir das lebendige. Lessing 1, 224; die gänse loben sich reines wasser und treiben sich nicht, wie die enten, gern im kothe herum. Lenz naturgesch. 2 (1835), 310;
gewisz, herr wirth, diesz obst ist nicht für meinen magen.
denn wenn ich mir, es frei zu sagen,
ja eine baumfrucht loben musz,
so lob ich mir die welsche nusz.
Lessing 1, 128;
mein Leipzig lob ich mir!
es ist ein klein Paris und bildet seine leute.
Göthe 12, 108;
ich lobe mir das burschenleben,
ein jeder lobt sich seinen stand.
studentenlied von Kindleben 1781.
11)
loben für zusagen, sich wozu verpflichten, ist ahd. noch nicht bezeugt, der weg dazu ist aber durch die bedeutung probare, approbare (oben no. 9) gewiesen; im mhd. tritt er entwickelt auf: spondere loben, nd. loven Dief. 548ᵇ; vovere loben 629ᵇ;
ein vride wart den Kriechen hin
enboten von im und gesant,
den lopte er dô mit sîner hant
drî mânot, als sîn wart gegert.
troj. krieg 37800;
nhd. gleich darauf solte er, herzog Albrecht, das Etschlandt und Tirol in ir majestat nammen einnemen, das loben und schweren lassen. Zimm. chron. 1, 496, 30; doch wird es später hier immer durch geloben (s. d.) ersetzt, niederd. ist es noch vorhanden: dat hebbe ik god lavet, das habe ich gott gelobt; dat will ik di laven, das habe ich mir fest vorgenommen, dir zu thun, als drohungsformel, brem. wb. 3, 24, und danach bei Arndt auch schriftdeutsch:
wer ist der schalk, der meine
ruhstätte stören geht?
ich lob ihm, ich erscheine
auf leichter geisterschwinge.
ged. (1840) 166;
vergl. auch ausloben theil 1, 911, und verloben. in der verbindung das gelobte land das land welches gott verheiszen hat (2 Mos. 3, 17) gehört das particip zu geloben (mhd. daʒ lant des götleichen gelübdes Megenberg 469, 10), aber im heutigen sprachbewustsein wird gelobt als gepriesen gefaszt und zu loben gestellt:
ich hab in dem gelobten lande, —
und drum auch mir gelobt auf immerdar! —
der vorurtheile mehr schon abgelegt.
Lessing 2, 284;
und auch auf andere länder als Palästina bezogen:
dort nehmt ihr abschied von der deutschen erde,
und muntern laufs führt euch ein andrer strom
ins land Italien hinab, euch das gelobte.
Schiller Tell 5, 2.
12)
loben, vom krämer, seine waare schätzen, den preis derselben nennen (mit der verpflichtung sie um den genannten abzugeben): wie teuer lobstu deine wahre, quanti existimas merces tuas? Stieler 1170, der aber wol nur einen niederländischen und niederdeutschen gebrauch des verbums ins hochdeutsche übertragen hat: loven om te verkoopen, indicare, aestimare, pretium statuere rei venalis Kilian; hoe veel looft gy dat laken, wie viel (hoch) lobt ihr das tuch, zyn waar te hoog looven, seine waar allzu hoch loben, allzu viel begehren Kramer königl. niderhochteutsch wörterb. 1, 181ᵇ; wo hoog oder veel, lave ji dat? wie viel fordert ihr dafür? brem. wb. 3, 24.
13)
loben, anführen, erwähnen, citieren, dem lat. laudare testes u. ähnl. nachgebildet: von den obgelobten näheren gebirgen (in Hackerts gemälden). Göthe 37, 346 (vorher: besonders aber pflegte Hackert seine ganze kunst an nicht sehr entfernten bergen zu zeigen. 344); vgl. dazu die stelle aus Kant unter beloben theil 1, 1453.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1079, Z. 1.

löbte, f.

löbte, f.
verlöbnis und feier derselben: nachbar Alex gibt löbte mit seiner tochter Plonen. Schoch stud.-leb. D; wenn sol denn die löbte werden? ebenda.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1092, Z. 34.

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Zitationshilfe
„loben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/loben>.

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