Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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lockern, verb.

lockern, verb.
1)
locker machen: die erde lockern, terram mollire Steinbach 1, 1068; aber der reine waizen ist mir doch lieber, den säet der sämann in die gelockerte erd. Bettine briefe 1, 55; aber fallen wird er dennoch, dieser schiefe thurm! die einheimischen maulwürfe lockern unablässig sein fundament. H. Heine 9, 280; die schleife, die fesseln lockern; bildlich: maszregeln die darauf abzielen, die familienbande zu lockern; die disciplin darf nicht gelockert werden; reflexiv, sich lockern:
das beet schon lockert
sichs in die höh,
da wanken glöckchen
so weisz wie schnee.
Göthe 3, 43.
2)
locker werden:
so (wie ein wogenschneller strom) strömt
die sprache, die, Herrmann, dein ursohn spricht.
o auch du glichest dem strom, mann des volks,
da dir Roms steigender damm lockert, und brach!
Klopstock 2, 90.
3)
nach locker 7, locker leben:
doch wo er lockert, spielt und säuft.
C. F. Weisze bei Adelung.
lockern, direct an das adj. locker angeschlossen, ist eine junge, noch von Stieler nicht gekannte bildung, und daher nicht gleich mit mhd. luckern, nachlassen, mindern: dar nâch als diu stiure wirt ûf geleit unde geluckert. statuten von Dinkelsbühl in Haupts zeitschr. 7, 99, welcher iterativbildung das adj. luck zu grunde liegt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1112, Z. 77.

lockern, verb.

lockern, verb.
iterativ zu locken, in der redensart des gemeinen lebens einem geld ablockern, einem das geld aus der tasche lockern. früher mit umlaut löckern und lückern: im abschaiden hat der herr von Liechtenberg dem Franzosen das glaidt geben, der hat in mit gueten worten bisz uf die frontiren, da sich das Teutschlandt und Lottringen schaiden, gelöckert. Zimm. chron. 1, 451, 15; die (tochter) hab er zu im in sein gemach hinauf gelöckert. 2, 573, 9; das er dise gueten frawen von Insprugk herausz het gelückert. 3, 126, 4. die umgelautete form löckern scheint auch bei dem theil 1, sp. 69 aufgeführten ableckern einzuspielen, das nur umdeutend an lecker nequam angeschlossen ist.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1113, Z. 24.

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Zitationshilfe
„lockern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lockern>.

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