Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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loden, lode, m.

loden, lode, m.
1)
zotte, flocke im pelz eines thieres: gott wird ein new erdreich und newe himmel schaffen, wird auch newe pelverlin und hündlin schaffen, welcher haut wird gülden sein, und die haare und lodden von edelgesteinen. Luther tischr. 358ᵃ; und bekommen (die hirsche zur brunstzeit) von ihrem starken schreien kröpfe und lange lodden oder spieszhaare an den hälsen. Heppe leithund 290. in Nordböhmen wird lode als femininum (die lôde) für menschliches haar gebraucht. Fromm. 2, 32; ebenso schlesisch. Weinhold 54ᵇ.
2)
grobes wollenes gewebe: lodix lode Dief. 335ᵇ; sarciles lodin de lana, sarracile lode 512ᵃ; sarcimen lode 512ᵇ; in Kärnten der loude, grobes wollentuch, aus welchem für personen beiderlei geschlechts die winterkleidung verfertigt wird. Lexer 180; (die theologen) solten von loden jhn röck machen, und die andern den armen geben. Paracels. opp. 1, 609 B; wann die wolle den kaufleuten verhandelt wird, kan man etwas gewisses davon im hause behalten, damit man von der subtilesten wolle für die herrschaft und kinder, von der gröbesten aber loden und zeuge für die dienst-boten kan machen lassen. Hohberg 1, 195ᵇ;
jeder (der Fünsinger bauern) sein loden brachte
zusamen in ein stuben gar,
der krebs solt kleider schneiden,
und darnach neen offenbar.
H. Sachs dicht. 1, 162, 20 Gödeke.
die tuchmacher nennen loden die noch haarigen, ungewalkten tücher; in Augsburg ist es eine wollene fuszdecke, vergl. unten lodweberei; sonst auch ein fetzen solches oder ähnliches zeuges: lod, lump, frustum panni laceri Frischlin bei Frisch 1, 619ᵇ; schwäbisch der lode, lappen Schmid 360.
3)
loden ein ganzes stück eines solchen wollengewebes von gewissen maszverhältnissen. Schm. 1, 1444 Fromm.: graw loden und weiʒʒ loden git ieder lod 2 β. (abgabe). d. städtechron. 4, 31, 18;
einen loden von drîʒec stürzen
(alsô saget uns daʒ mære
daʒ der lode wære
aller loden lengest)
den gap er (der bauer) an den hengest (als kaufpreis).
Meier Helmbrecht 390;
dann wird der ausdruck auch auf leinwand übertragen: der loden in Ulm ein ganzes stück leinewand von 40, 50 und mehr ellen, zum hausgebrauche; was für den handel bestimmt ist, nennt man stücke. Schmid 360. auch in Nürnberg heiszt ein 50 bis 60 ellen fassendes stück hanfene oder flachsene leinwand ein loden tuch. Fromm. 2, 18. Das wort, nicht verwandt mit lat. lodix, erscheint ahd. als lodo, ludo, ags. lođa, altnord. lođi, bezeichnung eines groben tuches oder mantels; dasz es von dem begriff der zotte ausgeht, zeigt das altnord. lođ hirsuties, lođ-brôk, zottelhose, das adj. lođinn zottig, lođin-höfđi zottelkopf, lođin-kinni zottelwange u. a. damit stellt es sich zu dem oben aufgeführten lodeln zotteln, lodelicht, schlaff, die unter lotteln, lottelicht wieder betrachtet werden müssen; ebenso gehört das unten folgende lodern dieser wortreihe an.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1116, Z. 22.

loden, adj.

loden, adj.
aus loden bestehend, als loden gewebt: wo ein schofwol fürgenomen ist daraus ze spinnen und ze machen scharlach tuech zu königlichem klaid, dieselb woll würt getailt in vil wickel, die ungleich werden ... das ander wickel ist unzügig, daraus nichts anders werden mag dann grob loden tuech. theol. deutsch (München 1528) cap. 30, 2; lodene röcke wie sie die wollenweber noch heute im Schwabenlande fertigen. Bechstein märch. 94; ein lodenes wamms mit grünseidnen verzierungen. Spindler vergiszmeinnicht für 1849 s. 195. bair. umgelautet löden Schm. 1, 1444 Fromm.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1116, Z. 77.

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Zitationshilfe
„loden“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/loden>.

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