Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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loh, m., n.

loh, m. n.
wald, holz, das ahd. lôch lucus, mhd. lôch, lucus loch Dief. 338ᵇ; lebt auszer als zweiter theil zahlreicher ortsnamen noch mundartlich, bair. lôh, louhh, busch, gebüsch, hain, wald Schm. 1, 1465 Fromm.; tirol. lôh busch, hain, wald zwischen feldern Schöpf 395; hessisch loh, plur. löcher hain, kleines gehölz, buschwerk, welches einzeln mitten im angebauten felde liegt, als eigenname von walddistricten zumal häufig, auch in der form lohn und löhn Vilmar 252; im Göttingischen lô, niedriges holz, ein gebüsch von geringem umfange (fast nur als localname) Schambach 125ᵃ; im Lippeschen lau, im Paderbornschen loh abgesondertes gehölz, hain Fromm. 6, 352; im Waldeckschen loh, walddistrict, buschwerk. Curtze volksüberlief. 482ᵇ; sowie in der sprache der jäger und förster: zum dritten gehoren zu dem weidwerk und jagen hölzer und werden genannt: forst, wildtban, bürsch, geburg, reuhinen, auen und wildfaren, loher und vorholzer. Meurer von forstgerechtl. oberherrlichkeit (1561) 85ᵃ; die hölzer werden genandt först, wildban, bürsch, gebirg, räuhinen, auwen, und wildfahren (da das wildpret seinen besten stand hält), wildsulzen, löher, vorhölzer. Sebiz feldb. 567; das holz in den lohen, auen und währen. braunschweigische waldordn. von 1598 bei Frisch 1, 620ᵇ; genossen eines esches, einer koppel, einer heimschnat, eines kirchenfriedens, einer weisung, eines lohes, eines mohres, und andrer gemeiner sachen. Möser osn. gesch. 1, 19; loh wird mehr vom holze gebrauchet, welches ein oder mehrere genossen zur holznutzung für sich, im übrigen aber gemein haben. loh begreift mehr als dusztheil. letzteres ist nur ein privativer unterholztheil in der offnen mark. 20, 21 (zu dusztheil vergl. dust 2, th. 2, 1761, dustholz weich holz, dustschlag das zu schlagende unterholz 1766).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1127, Z. 49.

loh, f.

loh, f.
sumpfwiese, sumpfige stelle; ein in verschiedenen formen erscheinendes, jetzt nur noch mundartlich gekanntes wort: lo, labina, palus. voc. inc. theut. n 1ᵇ; lau, palus, labina. m 2ᵃ; vgl. dazu laug sumpfige bodenstelle sp. 338; bair. die lôh oder lôhen, lôgen, nasse, sumpfige stelle im boden, sumpfwiese Schm. 1, 1466 Fromm.; kärnthnisch laue kleine lache, wie sie sich namentlich an den ufern eines baches oder flusses bildet Lexer 173; im Fichtelgebirge loh: es gibt hier (auf dem Fichtelberge) nur teiche und sümpfe, hier lohen genannt. Weber Deutschland (1827) 2, 32; in Holstein lo, loe, eine sumpfichte, bornigte stelle Schütze 3, 45; mhd. lâ:
sî funden guote beiʒe dâ:
beide bäche unde lâ
lâgen antvogele vol.
Erec 2037.
Wenn auch dieses loh mit labina glossiert wird (wol in der bedeutung eines bergwassers), so steht es doch mit der unter lawine sp. 394 fg. aufgeführten wortfamilie, von der manche glieder lautlich anstreifen, in keiner beziehung; hat die beizende eigenschaft des moorwassers, das solche sümpfe vielfach haben, den namen bestimmt, so kann er als nächster verwandter zu dem folgenden loh und dem fem. lohe cortex coriarius gehören.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1128, Z. 1.

loh, n.

loh, n.
nebenform zum fem. lohe (s. d.), von den gerbern zum beizen gebrauchte rinde: mehrere centner gestoszenes loh sind zu verkaufen. Gieszener zeitungsanzeige von 1871; zum loh thun (das leder), nennt es der lohgerber, wenn er über das ausgebreitete leder die lohbrühe schüttet. Jacobsson 5, 182ᵇ. sonst auch das lau, s. sp. 285 und das low: darnach wenn es (das fleisch) wol durchbissen ist in dem escher, so muͦsz man die haut legen in das low, das muͦsz gar eben berait sein mit rinden und das es weder zu haisz noch zu kalt sei, darin wirt die haut zuͦ leder. Keisersberg häslein 1510 Cc 8ᵇ; zu dem dritten so legt man die haut in ain low, das ist in rinden die zuͦ meel zerstampfet seind. Dd 1ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1128, Z. 22.

loh, lohe, m.

loh, lohe, m.
wallende glut; zumal bei Opitz für das fem. lohe (s. d.) erscheinend: also legte sie es auf wacholderholz und eisenkraut, .. zündete es auf, und wie der lohe in die höhe schlug, redete sie folgende wort. 2, 281;
so geht das feuer an, wie etwan von den winden,
wann ihr ergrimmter sturm den wald zusammen treibt,
ein baum so oft und viel desz andern äste reibt,
dasz durch erhitzung sich der liechte loh empöret.
1, 41;
der loh der heiszen flammen
umbringte deinen leib, schlug über dir zusammen.
428;
in der genitivischen formel lichtes lohes, vgl. dazu lichter lohe unter dem fem. lohe: nun wolte ich, dasz der thaler glüendt heisz were, und brennete dem fürsten lichtes lohes auf dem herzen. Melander jocos. 1, 757. es ist die fortsetzung des mhd. der lohe, neben welchem aber auch eine interessante form der lohen bezeugt wird:
sô merket, wie man biche ein vaʒ:
die wîle der bodem ist vür geschoben,
sô schadet der lohen niemant oben.
wirt aber der bodem abe getân,
sô sleht der lohe des viures ûf sân.
Renner 13961;
später flamma der loe, der lone Dief. 238ᵃ, das letztere jedenfalls aus lohen oder lohene, wie auch lahn, lan flamma sp. 77 wol auf lahen, mit hell gewordenem vocal für lohen zurückgeht; schlesisch der lohen, lohn flamma Steinbach 1, 1070; noch heute ist dort der lohn flamme gewöhnlicher als die lohe, der lohn schlägt aus dem dache Weinhold 54ᵇ; niederd. löchen flamme Schütze 3, 46, löhneken ein flämmchen Curtze 482.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1128, Z. 34.

loh, adj.

loh, adj.
flammend, aus dem subst. lohe erst im 18. jahrh. entwickelt, wol unter einflusz davon, dasz die genitive formel lichter lohe (vergl. sp. 856) schon früh zusammengerückt als lichterloh ein adverbium und später auch ein adjectivum geworden ist (sp. 882): der lohe lichtfunke Prometheus' ist ausgebrannt. Schiller räuber 1, 2; wir fanden auf mitte wegs wellen und reisig eines abgeschlagenen birkenhölzchens, deren innere trockenheit die äuszere feuchte bald überwand, und uns lohe flamme und kohlen ... sehr schnell zum besten gab. Göthe 30, 51; hol mir dürr holz, dasz das feuer loh brennt. 8, 149; der adelsbrief brannte loh. Klinger 3, 80;
aber du bist ja so wild! so sprach der geist zu dem riesen,
dir siedet zu heisz in der ader das blut,
strömt die galle zu loh.
Klopstock 2, 124;
der lohe ätherstrahl genie
nährt sich nur vom lebenslampenschimmer.
Schiller melancholie an Laura;
du, loher strahl
des nachtumgebnen blitzes!
scenen aus d. Phöniz. v. 207;
ich sah mich fliehn in einer dunkeln nacht,
und eine lohe flamme sah ich steigen
in schwarzem nachtgraun, als ich rückwärts sah.
Demetrius 1, v. 236;
wär auch die gluth noch loher anzuschüren,
und stündest du auch tausend jahre drin,
doch dürfte sie dir nicht ein haar berühren.
Streckfusz Dantes fegfeuer 27, 25
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1128, Z. 62.

loh, adj.

loh, adj.
für lau, vgl. sp. 285: speise den vogel mit bröcklein so in lohem wasser geweichet. falconaria von 1617 s. 69; weil aber der eine kalt, der ander hitzig, und der dritte lohe ist. Opel u. Cohn 379.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1129, Z. 9.

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Zitationshilfe
„loh“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/loh>.

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