Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

loröl, n.

loröl, n.
öl von den lorbeeren: daʒ öl macht man alsô. man schol die vrischen lorper zerstôʒen und dar nâch lang sieden in öl und schol daʒ dann seihen durch ain tuoch; daʒ haiʒt dann loröl. daʒ selb öl macht man auʒ frischem lorlaup. Megenberg 327, 33; lorbeer-öl oder loröl wird meistentheils aus Mayland gebracht, allwo sie dasselbe aus den frischen und reifen lorbeern pressen. Hübners handlungslex. (1722) 1310; es stand als linderungsmittel bei fieber- und nervenkrankheiten in ansehen (öcon. lex. 1454). ob damit der bildliche, im 16. jahrh. häufige gebrauch von loröl in der bedeutung wie blauer dunst, faule fische u. ähnl. zusammen hängt, erscheint fraglich: es sind faul fisch. es ist loröl. lam zotten reiszen. grosz poppen sagen. von groszen streichen sagen. Agricola spr. 19ᵃ; sonst ist es alles loröl wie man spricht, ist nichts zu gewarten, denn schaden. Aventin. 92;
eitel loröl ist all dein ding.
H. Sachs 3, 3, 69ᵃ;
wann solchs ewer lob nit loröl wär.
Heros ird. pilgerer (1562) D 7ᵇ;
wenn mein weib sterben solt, so wolt ich es (das mädchen) zum heiligen sacrament der loröl nemen (es schwächen und danach betrügen). Katzipor. e 4.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1152, Z. 23.

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Zitationshilfe
„loröl“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lor%C3%B6l>.

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