Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

lotse, m.

lotse, m.
führer eines schiffes bei der einfahrt in einen hafen oder der ausfahrt aus demselben; ein aus England herübergekommenes wort, mittelengl. lodesman aus ags. lâd-man (ags. lâd ist via, iter), vgl. Herrigs archiv 27, 417; das mnd. brauchte einen ähnlichen ausdruck leid-sage (wegsager): so wan en schip van nodt wegen queme vor ein land dar yd haven moste und unbekant were, so dat ydt einen leidsagen bedervede .. wat dat kostet in den haven to bringende. Hamburger stadtrecht von 1497 bei Lappenberg Hamb. rechtsalt. 1, 316; und noch von Jacobsson 2, 632ᵃ wird leytsmann neben lootsmann gewährt; indes war die fremde englische form schon im 15. jahrh. im niederd. gebräuchlich: dan sollen rechte vort (beim einlaufen des schiffes) die loetsmans an bort komen. seebuch 8, 21 s. 32 (variante de loedmans); dann auch im niederl., wo man an einen zusammenhang mit loot senkblei denkt: loots-man, pijl-loot, expertus nauta, qui bolide altitudinem maris explorat, nauta loci peritus, nauclerus, navarchus Kilian; sie dauert weiter als lotsmann: loothsmann, ist ein erfahrner schiffmann und pilote, so denen anderen schiffern den weg durch die klippen und sandbänke weiset. Nehring hist.-pol. lex. 708; aber später auch in der kürzung lotse, lots: lots, lotsmann, pilote Hübners handlungslex. (1722) 1098, wie im schwed. lots, dän. lods aufgenommen worden ist;
hin am meere, wo, nach verschwundner heitre,
stürme brausen, verweht der nothschrei jammert,
bis die lasten der lotse
zählt, die leichen nicht mit!
Klopstock 2, 48;
bei Freiligrath in éinem sinne mit matrose:
das weltmeer trug dich (schiff) gern; du schwimmst am ziel der reise.
dies ist des hafens thor! nur noch durch diese schleuse,
und deinen kupferbauch umplätschert das bassin!
wie sich auf dem verdeck die rüstgen lootsen drängen!
zur arbeit singen sie.
dicht. 1, 90.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1209, Z. 1.

lotsen, verb.

lotsen, verb.
als lotse ein schiff führen: ein schiff in den hafen lotsen; wie niederl. loodsen, schwed. lotsa, dän. lodse. übertragen, vgl. einlotsen theil 3, 229.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1209, Z. 35.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
linkseitig lumpenmann
Zitationshilfe
„lotsen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lotsen>.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)