Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

lotterbett, n.

lotterbett, n.
bett von lockerer fügung, sophaartiges ruhebett: lotterbett, gutschen, oder gulterbett, darauf man tags schlaaft, accubitum, anaclinterium, grabatus, stibas Maaler 274ᵈ; faul-, lotter-, stuben-, ruhe-bette, anaclinterium, grabatus Stieler 136; (der mann) der allein zu haus auf dem lotterbet schnaufet und spaciret etwan in den keler und in die kuchen. d. städtechron. 3, 173, 2; (wenn der hund) unter dʒ loterbet schlüft, und sich verbürcht vor dir. Keisersberg bilg. 8ᶜ; du hest ein hunt, der hett gewont uff dem lotterbet zuͦ ligen in dynem husz. 9ᶜ; es hat sich ainsmals sommerszeiten begeben, das herr Johanns Wernher sich nach dem morgenessen zu ruhen gethon und uf ain lotterbett sich nidergelegt. Zimm. chron. 1, 484, 21; mein herr aber satzte sich auf sein lotterbette, weil ihm entweder vom zorn oder von der überfüllung wehe war. Simpl. 1, 108 Kurz; der leimstengler warf noch darzu die gute schusterin auf das daselbst stehende lotterbett. 3, 403;
einsmahls ein baur gesoffen hett,
und entschlief auf dem lotterbett,
niemandt zu bett jhn bringen kund.
L. Sandrub kurzweil (1618) 132;
das wort ist im 18. jahrh. verschollen, wird aber von Campe zur erneuerung empfohlen und dann auch von andern gebraucht: in einem wollüstigen kabinet auf einem rosenfarbnen lotterbette mit silbernen blumen. Wieland 14, 55 mit der note: um dem hrn. Campe die verantwortung dieser verdeutschung des worts sofa nicht allein aufzubürden, gestehe ich, dasz es mir hier an seinem rechten orte zu stehen scheine; so kannt er doch kein weicheres faul- und lotterbette zum ausruhen. J. Paul Tit. 1, 83.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1211, Z. 33.

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Zitationshilfe
„lotterbett“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lotterbett>.

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