Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

lotto, n.

lotto, n.
ein im 17. jahrh. zuerst in Genua eingerichtetes glückspiel, darum mit italiänischem, aber aus dem niederd. lot (vgl. unter lotterie) gebildeten namen, ital. lotto di Genova: lotto oder zahlenlotterie, ist eine besondre art von lotterie, die zu Genua erfunden worden, und die nur aus 90 numern besteht, wovon jedesmal (von 3 wochen zu 3 wochen) 5 numern gezogen werden. Amaranthes frauenz.-lexicon 1961; auch in Strahlsund hat man nunmehr ein lotto, und vor kurzem ist die erste ziehung geschehen. Lessing 12, 284 (von 1771); die sache mit dem dänischen lotto. 291;
wie glücklich würde sich der affe schätzen,
könnt er nur auch ins lotto setzen!
Göthe 12, 122;
nein, was ich liebe, ist ein ehrlich lotto;
der mensch musz spielen — ja, das räum ich ein!
Freiligrath dicht. 3, 49.
übertragen: dieses bunte lotto des lebens, worein so mancher seine unschuld und — seinen himmel setzt, einen treffer zu haschen, und — nullen sind der auszug. Schiller räub. 3, 2;
dreimal seliger mann! im verworrenen lotto des lebens,
wo der nieten so viel, hast du mit glücklicher hand
wenn nicht das grosze loos, doch gewis ein groszes gezogen.
Rückert 278.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1214, Z. 78.

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Zitationshilfe
„lotto“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lotto>.

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