Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

lucerne, f.

lucerne, f.
1)
leuchte, schon früh aus lat. lucerna übernommen und gern dichterisch und in vergleichen verwendet:
âvê, vil liehter meres sterne,
ein lieht der cristenheit, Marîa, aller magede ein lucerne.
Müllenhoff u. Scherer denkm. 42, 2;
wollust und zeitliche freudt sein nichts anders dann ein lucern, die dir des nachts leuchtet wo du hingehst. Höniger narrensch. 378;
und leuchten wie der morgenstern,
und sind des armen volks lucern.
Alberus fab. (1550) 50;
sprichwörtlich leuchten wie ein dreck in der lucerne:
(lehren) wie mann sol eim tittel geben,
durchlüchtig, hochgeboren eben,
so er doch lücht hür alsz fern
wie ein dreck inn der lutzern.
Murner schelmenz. 32ᵇ.
im Oberelsasz und in theilen von Unterelsasz heiszt lucern noch heute die laterne.
2)
medicago sativa, schneckenklee. Nemnich 3, 527; aus franz. luzerne übernommen, welches schon im 16. jahrh. als name dieser pflanze in der Provenze und Languedoc bezeugt wird, vgl. Littré 2, 364ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1222, Z. 27.

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Zitationshilfe
„lucerne“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lucerne>.

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