luchs m
Fundstelle: Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1222, Z. 55
1)
das raubthier felis lynx; ahd. luhs, plur. luhsâ, mhd. luhs, plur. lühse; ags. lox; niederl. los, dän. los, schwed. lo und lo-djur; urverwandt ist griech. λύγξ, preusz. luysis (Nesselmann deutsch-preusz. vocab. 18, 666), litt. lúszis, lett. luhśis. linx, luchs, luhes, lochs, lösch, losze, losz, selbst lust .i. luchs Dief. 332ᵇ; der luchs, ein thier also genannt, lynx, cervarius lupus, thoos Maaler 274ᵈ; der lux ist katzenart, ist dem wildpret schädlich. Sebiz feldb. 569;
der bunte luchs tritt dreist aus seiner höhle.
Freiligrath dicht. 1, 175;
der plur. theils luchse, theils lüchse: man sagt viel, das adeler und luchse scharf sehen. Luther 5, 295ᵇ; den lüchsen wirdt mit jagen nachgestelt von wägen des balgs. Forer thierb. 156ᵇ;
(warum) zeugt, in lüchsen, die natur, gleichsam eingefleischte teufel?
Brockes 6, 232;
hasen, füchse,
dachse, lüchse,
schiesz ich oft mit meiner büchse.
Mittler volksl. no. 1468, 3;
auch schwache biegung kommt vor: einen luchsen. Schm. 1, 1428 Fromm.; doch sind auf die schädliche thiere, wölfe, luxen, und dergleichen, selbgeschosz .. noch ferner erlaubt. Hohberg 1, 39ᵇ; vgl. unter luchsauge, luchsstein. Hervorgehoben wird am luchs das scharfe gesicht: linx haiʒt ain luhs. der hât sô scharpfiu augen, sam Plinius und Jacobus sprechent, daʒ er durch starch wend siht. des gelaub ich niht. Megenberg 146, 27; kein thier ist dasz so ein scharpfe gesicht habe als ein luchsz, dann nach der sag der poeten söllent sie auch mit jren augen durchtringen, die ding so sunst durchschein nit sind, als wänd, mauren, holz, stein und dergleichen. dargegen so jnen durchscheinbare ding fürgehalten werdend, so hassend sy jr gesicht und sterbend darvon. Forer thierb. 156ᵃ;
die schiele Thestylis hat augen in dem kopfe,
so hat ein luchs sie nicht.
Lessing 1, 30;
augenstrahl ist mir verliehen
wie dem luchs auf höchstem baum.
Göthe 41, 212;
die wachsamkeit:
ruhlos hielt ich tag und nacht
wie ein luchs die runde.
J. Fr. Kind gedichte;
die arglist:
ein alter luchs von listen graw.
H. Sachs 1, 231 (3, 63, 18 Keller);
damit wir armen schäflein all
durch euch gefürt in rechten stall
und uns kein arger luchs nit beisz.
Wickram pilger P 3, bl. 55;
ein weib ist listig wie ein fuchs,
durchtriben wie ein ghetzter luchs.
J. Ayrer 335ᶜ (1678, 19 Keller);
daher luchs scheltname für einen hinterlistigen menschen: ein alter luchs! Terentius deutsch (1499) 92ᵃ (veterator Heaut. 5, 1, 16); dann als ich mich mit ihm paaret, war er einfältiger als ein schaaf, und kam wieder abgefäimbter von uns, als ein luchs und kern-essig (erzschelm) sein mag. Simpl. 3, 81 Kurz; bair. luchs, ein mensch, der mehr als andern oft lieb ist, sieht und hört. Schm. 1, 1428 Fromm.; tirol. luchs person die verschlagen alles aufspäht. Schöpf 400; kärntn. luchs, späher, heimtückischer mensch. Lexer 181;
du luchs, du fuchs, du paurenfeint, lêrnstadel.
fastn. sp. 254, 27;
vgl. auch höllenluchs.
2)
luchs, auch tiegerthier, ein gestirn zwischen dem fuhrmann und dem groszen bäre über den zwillingen. mathem. lex. 1 (1747), 820, es war im 17. jahrh. entdeckt und zuerst beschrieben worden.
3)
luchs, cypraea lynx, eine art porzellanschnecken. Nemnich 2, 1349.
Zitationshilfe
„luchs“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/luchs>, abgerufen am 19.07.2019.

Weitere Informationen …