Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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ludel, m., n.

ludel, m. n.
lumpen, zerfetztes zeug; ein wort das seiner abstammung nach mit lode sp. 1116 und den dort angeführten reihen eng zusammen hängt, das aber seinen begriff verschieden ausgestaltet hat: ahd. ludilo, quilius, palleus Graff 2, 201; ludel zeugfetzen mundartlich in Düringen und Obersachsen; bei den webern heiszt ludelmacher oder ludler verächtlich ein stümper. Jacobsson 2, 640ᵃ; ludel, bei den tuchmachern ist es untüchtige arbeit. Frisch 1, 626ᵇ; in der feuerwerkerkunst ist ludel ein aus lunte und brennbarem stoffe verfertigter körper: durch diesen brei (aus kampher, pulver und brantwein) zieht man eine, aus zween baumwollenen oder flächsenen faden gedrehete lunte hindurch, und läszt sie trocknen, so ist das ludel fertig. Eggers kriegslex. 2, 85. vgl. auch unten das zweite ludeln und das zweite luder.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1230, Z. 34.

ludel, f.

ludel, f.
1)
die weibliche brust, in der zusammensetzung milchludel:
in dein alten zurissen hudeln,
das man schier sicht die millichludeln.
H. Sachs 1, 512ᵃ.
2)
ein trinkgeschirr saugender kinder, welches eine röhre mit einer warze hat, wodurch sie das getränk als wie aus der brust saugen. Jacobsson 2, 640ᵃ: um dem kinde zu trinken zu geben, bedient man sich eines sogenannten saugfläschchens, auch ludel, nudelbüchse genannt. Struve über erziehung der kinder 1798 s. 106. verächtlich auch die tabakspfeife. Schm. 1, 1445 Fromm.
3)
kärntnisch ludel kleine rinne bei einer quelle Lexer 181; bair. ist die ludel aber ein tiefer ort im wasser; unreines wasser. Schm. a. a. o. Das fem. ludel scheint eine ableitung vom unten folgenden verbum ludeln, und mit dem vorigen ludel in keinem näheren etymologischen zusammenhang zu stehen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1230, Z. 48.

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linkseitig lumpenmann
Zitationshilfe
„ludel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ludel>, abgerufen am 23.01.2022.

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