Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

luftröhre, f.

luftröhre, f.
jede luft zu- oder abführende röhre; in der erzgieszerei: ich glaube nicht, dasz euer Jupiter (eine zu gieszende statue) gut ausfallen wird, denn ihr habt ihm nicht genug luftröhren von unten gelassen; die circulation wird nicht gehörig vor sich gehn. Göthe 35, 60 (Ben. Cell. 3, 5); an pflanzen und insecten, solche die ins innere luft bringt; auch beim menschen die pore: als sich jetzundt luftrören und löchlin desz lebens an jhm aufgethan hatten, und die kräft von jhm gewichen, starb er. b. d. liebe 209ᵈ; vorzüglich aber die röhre im menschen, durch die er luft schöpft: (die epiglottis bedeckt) die luftrœrn, die den luft zuo der lungen tregt. Megenberg 17, 17; trachea luftrör Dief. nov. gloss. 369ᵃ; (aus dem magen) in die luftröhr und kelen gestiegen. Frey garteng. 40ᵇ; der schnitt war in die luftröhre gegangen. Göthe 20, 296;
wie kommts dasz frauenvolk so klare stimmen führet?
weil duppelt blasebalg hart an ihr luftröhr rühret.
Logau 1, 24, 79;
ach, dasz ein rasend schwerdt
die luftröhr mir zuschlitzt (hätte), eh ihr mich angehört!
A. Gryphius 1698 1, 328.
zusammensetzungen luftröhrenast, luftröhrendeckel, luftröhrendrüse, luftröhrenentzündung, luftröhrenhaupt (larynx Frisch 1, 627ᵃ), luftröhrenkopf (dasselbe), luftröhrenschwindsucht u. a.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1260, Z. 60.

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Zitationshilfe
„luftröhre“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/luftr%C3%B6hre>, abgerufen am 27.01.2022.

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