Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

luftspringer, m.

luftspringer, m.
1)
schoenobata, funirepus. Stieler 2105: alle körperliche geschicklichkeiten werden durch hülfe der bewunderung gelernt ... nehmen sie einen luftspringer. von den wenigsten sprüngen kann er seinen schülern den eigentlichen mechanismus zeigen; er kann oft weiter nichts sagen, als: sieh nur, sieh nur, wie ich es mache. Lessing 12, 66; die einkünfte von einer ganzen stadt an einen luftspringer oder citharspieler wegzuschenken. Wieland 3, 21; man pflegt jungen luftspringern die glieder nach und nach sanft zu verränken. Sturz 2, 45; das gesetz sollte im gegentheil vielmehr sagen: gold und purpur ist allen arten von leuten verboten, nur nicht den luftspringern und nachtlöhnerinnen. Bode Montaigne 2, 290. luftspringer auch einer, der mit seinen gedanken luftsprünge macht, phantast: da heist es, ie hätt ich, ie dürft ich, ie könt ich, ie solt ich. und kein narr sieht auf das jenige, was er schon hat, was er thun darf, was er kan und soll. vielleicht müssen wir im hause einen tisch noch hinan schieben, wann alle solche luftspringer solten mitgespeiset werden. Weise erzn. 54 Braune.
2)
luftspringer, sciurus volans, das fliegende eichhörnchen. Nemnich 4, 1248.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1263, Z. 23.

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Zitationshilfe
„luftspringer“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/luftspringer>, abgerufen am 27.01.2022.

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