Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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lug, m.

lug, m.
lüge; ahd. lug: mendacium operiet eos ... sie scirmet irô lug. Notker ps. 139 (Hattemer 2, 481ᵇ); mhd. luc, luges:
eʒn wart nie grœʒer sünde
dan luges urkünde.
Freidank 35, 3;
nhd. mendacium ain lug Dief. 355ᶜ; der lug, lugnerei, lugenwerk, ein eitele red, mendacium, mentitio, vanitas, sycophantia Maaler 275ᶜ; eine bestimmte einzelne unwahrheit meinend: ein lug fürgäben, eim liegen, dicere mendacium alicui. ebenda; da gab mir ein guter geist den lug ein .. Musäus volksm. 4, 71;
werend sy am ersten lug erworgt,
sy schüdend mir am rechten nüt.
fastn. sp. 870, 6;
hätte von solchem traum ein anderer mann uns erzählet,
lug wol nennten wir ihn.
Ilias 2, 81;
ha! lug ist das, du wärst ein sohn von Zeus.
Bürger 165ᵇ;
so war es lug, was Menelaen wir
dereinst verhieszen, lug der untergang
der festen Ilion.
166ᵇ;
mich selbst, den dichter, überschauerts leise,
ist gleich der ganze lug mir aufgedeckt.
Uhland ged. 443;
allgemeiner auf wissentliche unwahrheit zielend:
freud an lauterer schönheit,
die kein gleiszender lug befleckt.
Voss 3, 47;
ist unsre willensfreiheit lug?
Göthe 3, 117;
dasz wir den glauben wieder finden,
den uns geraubt der zeiten lug.
Rückert 174;
mit verwandten begriffen verbunden: von der nachbarin mit lug und list gedrängt. Arnim kronenw. 1, 228;
afterreden, lug und verrath und diebstahl, und falscher
eidschwur, rauben und morden, man hört nichts anders erzählen.
Göthe 40, 134,
de werlt is vul van achterklapperie,
vul loggen, vul untruwe unde deverie.
Reinecke fuchs 3954;
häufig die reimformel lug und trug: er ist überal nüt dann ein lötiger lug und trug, ex fraude, fallaciis, mendaciis constare totus videtur. Maaler 275ᶜ; gebt acht, am end ists lug und trug von schandmäulern. Göthe 57, 177;
er ist auf lug und trug erpicht.
Hölty 187 Halm;
allein in lug und trug da sind sie virtuosen.
Kotzebue dram. sp. 2, 180.
lug ist gegen das fem. lüge von jeher (auszer in der zuletzt erwähnten reimformel) das seltenere wort, das keinen plural entwickelt; es ist jetzt mundartlich verloren; aber im 18. jahrh. in Basel noch der lug Seiler 190ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1266, Z. 1.

lug, n.

lug, n.
spähhöhle, lauerhöhle, versteck, mhd. luoc, luoges Lexer wb. 1, 1985, nhd. noch in ortsnamen (Schm. 1, 1462 Fromm.), und in der sprache der jäger: der bär gehet gen luͦg, gehet vom luͦg. das luͦg ist sein höle oder wonung, da er sich über winter einlegt, isset nichts in seinem luͦg, saugt an seinen klauen. Meurer (1561) 89ᵃ; der bär .. gehet von oder zu loch oder lug (diesz ist seine höle oder wohnung, da er sich über winter einlegt). öcon. lex. (1731) 188. bairisch auch fuchslueg Schm. 1, 1462 Fromm.; und im scherze lueg das bett. 1463. schlesisch ist ein lug zeit ein augenblick. Weinhold 55ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1266, Z. 48.

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Zitationshilfe
„lug“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lug>.

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