Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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lump, m.

lump, m.
1)
was lumpen (s. d.), zerfetztes stück zeug, losgerissenes zeugstück: und ein nasser lump verderbts alles wieder, was der maler gemahlet hat. Paracelsus (1589) 1, 87.
2)
gewöhnlich in der bedeutung eines in abgerissener kleidung einhergehenden, daher armseligen, erbärmlichen menschen, zugleich von niedriger gesinnung; mit dem übergang zu dieser persönlichen bedeutung fand sich die formunterscheidung von lumpen ein, das noch im 17. jahrh. lumpe panniculamentum (Schottel 1359) lautete, wie das wort in dem persönlichen sinne zu jener zeit auch noch: der lumpe hätte mich bald in den harnisch gebracht. alamod. interim (1675) 197; und selbst noch später: wenn sie ein so glücklicher lumpe sind. Bode Tristr. 3, 12; gewöhnlich kürzte es sich im nom. sing. zu lump:
wer zornig ist, der ist ein lump.
Weckherlin 529;
er that mir zuviel ehr an, ich war doch ein lump.
xenien in Schillers musenalm. 1797 s. 289;
freund, wer ein lump ist, bleibt ein lump,
zu wagen, pferd und fusze.
Göthe 56, 97;
doch blieb in den andern casus zum theil die schwache form: Appius drang auf strenge: es sei den lumpen noch zu wohl; man müsse ihnen den übermuth brechen. Niebuhr 1, 666; dasz Rom sich nicht in wenige tausend reiche und eine zahllose masse lumpen geschieden haben würde. 3, 22; welch ein umgang! nichts als lumpen. Gutzkow ritter vom geiste 5, 494;
drum glaub an keinen lumpen je,
an keines lumpen busze.
Göthe 56, 97;
gieb, o schenke, die gläser mäszigen lumpen,
und mir reiche den unermeszlichen humpen.
Rückert 369;
theils trat die starke form ein: die schöne Esther (wird verheirathet) mit dem armen lump. Arnim 2, 243; dafür ... sind wir neuern ohne widerrede in der kritik stärker, wenn wir auch in der praxis sammt und sonders lumpe sind. J. Paul Tit. 4, 83; wenn wir einen lump arquebusirten oder an die bäume hingen. Freytag ahnen 5, 88;
nur die lumpe sind bescheiden,
brave freuen sich der that.
Göthe 1, 157;
brich doch mit diesem lump sogleich,
er machte dir einen schelmenstreich.
4, 346;
sie thäten gern grosze männer verehren,
wenn diese nur auch zugleich lumpe wären.
357;
bin ich für ne sache eingenommen,
die welt, denk ich, musz mit mir kommen;
doch welch ein gräuel musz mir erscheinen,
wenn lumpe sich wollen mit mir vereinen.
56, 97;
in der Schweiz deutet lump auf wirtschaftliche liederlichkeit: der lump bedeutet in der Schweiz einen liederlichen menschen, der die sorge für seinen häuslichen wohlstand aufgegeben hat. Ulrich Hegner 3, 1; ohne ein wort weiter zu sagen, verliesz er die kirche, gefolgt von dem bestürzten nachtwächter und den andern lumpen. G. Keller leute v. Seldwyla 1, 198.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1292, Z. 17.

lump, m.

lump, m.
der fisch cyclopterus lumpus, seehase, meerhase; niederl. engl. lump, wegen seines plumpen aussehens. Nemnich 2, 1337.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1292, Z. 67.

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Zitationshilfe
„lump“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lump>, abgerufen am 28.01.2022.

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