Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

lungel, f.

lungel, f.
1)
alte nebenform zu lunge: pulmo lungel Dief. nov. gloss. 308ᵇ; welheʒ tier haiʒ pluot hât, daʒ hât ain lungel, diu den luft in sich ziech. Megenberg 117, 2;
lungl und leber kan ich spalten,
dasz sie nindert haben kein valden.
fastn. sp. 446, 31.
noch jetzt bair. die lungel. Schm. 1, 1493 Fromm.; einem bis auf die lungel hineinschauen (sehen), ihn ganz durchschauen. ebenda; auch kärntn. lungl Lexer 182; ebenso tirol. Schöpf 403.
2)
die lungel, liederliche weibsperson, die einem manne folgt, anhang. Schm. 1, 1493 Fromm. aus Werdenfelser acten des 15. jh. vgl. dazu lungern.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1304, Z. 28.

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lumpenleute lügengeist
Zitationshilfe
„lungel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lungel>, abgerufen am 31.07.2021.

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