Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

lustinne, f.

lustinne, f.
als verdeutschung von Venus, von Zesen herrührend: es gelangte die alsgöttin der libe, Lustinne, fohr kurzer zeit bei der berühmten stat .. mit herlicher pracht an. adriat. Rosemund 349 (in einem stück v. 1645), mit der erklärung: Venus, Lustinne, Libinne, Lachmund oder Schauminne; von Logau verspottet:
Venus soll man nicht mehr sprechen, nur Lustinne soll man sagen:
als wann name zu der sache künt ein ander art beitragen;
ist lateinisch Venus hure, wird Lustinne deutsch nicht frömer;
ob ein schuster nicht verstehet was mit Venus meint ein Römer,
wird er fast noch minder wissen, was ein Deutscher mit Lustinne
für verstand und deutung führt.
Logau 2, 168, 47.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1346, Z. 46.

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Zitationshilfe
„lustinne“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lustinne>, abgerufen am 27.10.2021.

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