Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

lustort, m.

lustort, m.
locus amoenus, viridarium. Stieler 1396; locus amoenus. Steinbach 2, 161;
hier, in hoher felsen schutz,
die sich im kreis um diesen lustort ziehen,
beut noch der herbst dem wind von norden trutz,
und feigen reifen noch, und pomeranzen blühen.
Wieland 23, 78 (Oberon 8, 12);
im weiteren sinne, ort wo man sein vergnügen findet oder zum vergnügen lebt: wir finden .. den herrlichen flusz hinab eine reihe von lustorten. Göthe 6, 188; er besuchte nur noch aus gewohnheit sowohl freunde als lustörter. 15, 187; wie ich mich denn kaum erinnere, dasz wir zusammen spazieren gefahren, und auf einem lustorte etwas verzehrt hätten. 24, 239; terrassen, orangerie, springwerke machten diesen unmittelbar am Rhein liegenden lustort höchst vergnüglich. 30, 326; das bad, oder vielmehr der lustort Himmelsdalund, ist ein freundlicher spaziergang nicht weit von der stadt, wo der genügsame mehr findet, als er hofft, an natur und lebensgenusz, und wo auch der feinere schmecker befriedigt wird. Seume mein sommer 130.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1348, Z. 48.

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Zitationshilfe
„lustort“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lustort>, abgerufen am 08.12.2021.

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