Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

leutsche, leutsch, f.

leutsche, leutsch, f.
hündin; auch auf eine liederliche dirne übertragen: leutsch, canis faemina C. Gesner bei Tobler 192ᵃ; die form des wortes tritt sonst noch manigfach auf: bair. die leusch, lusch, hund weiblichen geschlechts, verächtlich und beschimpfend auch weibsperson. Schm. 1, 1521 Fromm.; die lutsch, lutschen, träge person, hure (neben der leutsch träger mensch) 1543; schles. lusche, lûtsche, hündin, im Posenschen luetsche Weinhold schles. wb. 55ᵇ; hess. die lusch unzüchtige dirne, feile hure. Vilmar 256; nassauisch, in Herborn, die lutsch, nachlässige, träge, auch liederliche weibsperson. Kehrein 268. mit diesen formen berührt sich wieder das masc. lötsch und lätsch hund in dorflötsch und dorflätsch theil 2, 1282, und das fem. latsche liederliches weibsbild und hündin, oben sp. 278, auch umgelautet lätsche. vgl. auch leitsche oben sp. 739, und das folg. verbum.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 850, Z. 23.

lutsche, f.

lutsche, f.
träge person; bair. lutsch und lutschen (auch hure). Schm. 1, 1543 Fromm. in Schlesien ist lûtsche die hündin, vgl. unter lusche 2, sp. 1314; in Obersachsen lûtsche schlechter kaffee, vgl. theil 5, 23 unter kaffeepansch; in Leipzig aber eine lutsche, wer gern behaglich nippt, trinkt, besonders kaffelutsche Albrecht 164ᵇ; ebenso wetterauisch lutsch Kehrein 268.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1353, Z. 74.

lutschen, verb.

lutschen, verb.
saugen, wie kinder; ein landschaftlich verbreitetes tonwort, durch das östliche Mitteldeutschland, Posen, Schlesien, Obersachsen, Düringen gehend und mit nutschen (s. d.) wechselnd; ferner am Mittelrhein, lutschen, saugen, besonders von kindern gesagt, die an der mutterbrust oder am lutscher (sauglappen) saugen; auch vom kaffeetrinken gebraucht. Kehrein 268; auch in Waldeck wird das wort gebräuchlich sein, da Curtze 483ᵇ lutscher sauglappen anführt; im fürstenthum Lippe heiszt es luxen, in lauten zügen saugen, vorzüglich von kälbern und lämmern gebraucht, doch auch von kindern. Fromm. 6, 355; bair. luzeln, saugen, schlürfen, auch verächtlich für trinken. Schm. 1, 1550 Fromm.; am nächsten steht ludeln sp. 1230 und lullen sp. 1287.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1353, Z. 80.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
lumpenleute lügengeist
Zitationshilfe
„lutschen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lutschen>, abgerufen am 25.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)