Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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möglich, adj. und adv.

möglich, adj. und adv.
possibilis; eine ableitung von dem sp. 2448 aufgeführten fem. möge kraft, vermögen, mit der allgemeinsten bedeutung der kraft, dem vermögen gemäsz. ahd. noch nicht aufgewiesen; mhd. erscheint es als mügelîch und müglîch oft gebraucht, ebenso mnd. als mogelik, mnl. als moghelick possibilis (Kilian), zum theil in dem weiteren sinne des rechtgemäszen, anständigen, billigen, der in den angeführten drei dialekten übereinstimmend erscheint (mnl. auch moghelicke spijse, cibus lautus, stomacho gratus, moghelick eten, edere cum appetitu Kilian) und im nd. noch im vorigen jahrh. vom brem. wb. verzeichnet wurde: mögelik, möglich, thunlich, leicht zu leisten, mäszig, billig, erlaubt. 3, 178; während ihn neuere nd. mundartliche wörterbücher nicht mehr erwähnen. eine im mitteldeutschen auftauchende bedeutung kraft besitzend, vermögend (mügelîche vernunft Lexer wb. 1, 2218) ist, soweit belegbar, nicht weiter entfaltet (nur in vermöglich), die nhd. schriftsprache übernimmt das einfache wort von dingen nur mit dem engeren begriffe des kraftgemäszen, oder zu bewirkenden, den es entweder in beziehung zu einer person oder aber überhaupt, ohne beziehung auf eine solche, faszt, mit mancherlei übergängen (unten nr. 1 und 2); doch scheint es nach der verwendung von möglichkeit (s. d. nr. 1), als ob noch im 17. jahrh. möglich auch von personen (z. b. ein möglicher mann, ein mann von kraft oder vermögen) hätte gesagt werden können. die mhd. form müglich, im 15. jahrh. auch ohne bezeichnung des umlauts muglich, hält sich bis ins 17. jahrh., wie ja auch mügen neben mögen so lange dauert (oben sp. 2450): muglich, possibilis, possibiliter. voc. inc. theut. o 2ᵇ; possibilis, mogelich, mugelich, megelich. Dief. 449ᵇ; possibilis, müglich Dasyp.; und noch bei Stieler: möglich et müglich, possibilis, facilis, pronus, nullo labore, sudore 1202. möglich bezeichnet
1)
was einer bestimmten menschlichen kraft gemäsz ist, von jemand nach seinem vermögen zu leisten.
a)
in attributiver stellung: sunder mein talent oder pfund ... nach müglichem fleisz angewendt hab. Heuszlin vogelb., vorrede aa 3ᵇ; nach müglichem fleisz und ernst. ebenda; gern im superlativ, der die grenze der leistungsfähigkeit zeichnet, oder einer dem sinne nach dahin rührenden formel: die möglichste sorgfalt oder alle mögliche sorgfalt auf etwas verwenden; über allen angewandten müglichen fleisz. Frankfurter reform. 1, 16 § 4; in der verstärkung menschenmöglich, vergl. oben sp. 2062, wofür menschlich und möglich sp. 2085 nr. 4:
so will ich alles gern than,
was jhr auf erd wolt von mir han
in allen mensch- und müglichen dingen.
J. Ayrer 360ᵈ (1807, 7 Keller);
nach jhrem möglichstem fleisz. Frey garteng. 57; den rest meines lebens unter möglichster arbeit auf dieser glückseligen insul zuzubringen. Felsenb. 2, 568; dasz er ihr (der gesetzgebung) die möglichste dauerhaftigkeit zu geben suchte. Wieland 7, 368; die erhaltung der sitten in der möglichsten lauterkeit. 369; die andern werden sich aller kähne, gondeln und andrer fahrzeuge bemächtigen, .. um damit in möglichster eile ohngefähr tausend andre soldaten .. abzuholen. Schiller hist.-krit. ausg. 4, 153; als allermöglichst: daher läszt Homer seine götter, wenn er ihnen die allermöglichste schnelligkeit geben will, .. den boden gar nicht berühren. Lessing 11, 149.
b)
substantiv das mögliche, alles mögliche (thun, leisten, erreichen u. ähnl.), in bedeutendem sinne (= das höchstmögliche theil 4², 1634): eben so hatte die baronesse das mögliche gethan, um sich mit pracht und geschmack anzukleiden. Göthe 18, 321; schnell sagte ich, indem ich sie (eine bittende) aufhob: ich will das mögliche thun, beruhige dich, mein kind; und so wandte ich mich nach einem seitenwege. thun sie das unmögliche! rief sie mir nach. 21, 201; sie thun aber das mögliche, um sich aus dieser lage zu retten. 22, 28;
ihr reiset und suchet
weit und breit das verlorne zu finden, das mögliche thut ihr.
40, 186;
dafür der superlativ das möglichste, auch mit ausdrücklicher hervorhebung der eigenen kraft mein, sein, unser möglichstes: in der that .. glaubte er .. sein möglichstes gethan zu haben, um seinem reich eine lange folge eben so guter könige, als er selbst war, zu versichern. Wieland 7, 373; er liesz nicht nach, bis ich ihm versprochen hatte, mein möglichstes dabei zu thun. Schiller hist.-krit. ausg. 4, 314; ich will mein möglichstes versuchen. Gotter 3, 39; der vorleser that sein möglichstes. Göthe 18, 198; dasz jedes mitglied .. sein möglichstes thun musz, um seiner rolle nur einigermaszen gemäsz zu erscheinen. 32, 88; die dilettanten, wenn sie das möglichste gethan haben, pflegen zu ihrer entschuldigung zu sagen, die arbeit sei noch nicht fertig. 22, 216; ist auch meine zeit nur beschränkt, so werde ich doch das möglichste genieszen und lernen. 27, 215; wenn man in mühe und arbeit vor sich hinlebt, denkt man immer, man thue das möglichste; und der von weitem zusieht und befiehlt, glaubt er verlange nur das mögliche (das überhaupt zu leistende, hinüberspielend in die bedeutung 2). 8, 226.
c)
möglich, gern in prädicativer stellung, in der formel etwas ist mir möglich, mit meiner kraft oder in meiner lage zu erstellen: alle ding sind müglich dem der da gleubet. Marc. 9, 23; abba, mein vater, es ist dir alles müglich, überhebe mich dieses kelchs. 14, 36; denn er eilet, auf den pfingstag zu Jerusalem zu sein, so es jm müglich were. ap. gesch. 20, 16; demselbigen unserm mandat gehorsamlich, wie sie sich desz schuldig erkennen, so viel jhnen müglich, zu geleben. abschied des reichstags zu Nürnberg 1524 § 28; damit ich aber nit auch mit dem laster der undankbarkeit behaft werde, hab ich mich (so vil mir müglich gewesen) erzeigen wöllen mit dem yenigen, so meins vermögens ist. Wickram rollw. 3, 12 Kurz; als ob du nicht wüstest, dasz uns göttern müglich sei, etwas anzustellen, dasz nur die bösen gestraft und die guten erhalten werden. Simpl. 1, 257 Kurz; wenn es dir auf einige weise möglich ist, si quo pacto potes. Steinbach 2, 70; es ist ihm nicht möglich zu kommen, zu reisen, zu zahlen, und ähnl.; es ist mir möglich gewesen, diese arbeit schnell zu vollenden;
so bald, als jhm nur immer müglich were.
D. v. d. Werder Ariost 11, 69, 6;
o wär es uns möglich, den seidenen traum
noch, wenn er schon flöhe, zu haschen beim saum.
Stolberg 1, 274;
auch etwas ist bei einem möglich: ditz ist unmüglich bei den menschen, aber bei gott sind alle ding müglich. bibel von 1483 479ᵃ (Matth. 19, 26, ebenso in Behaims evang.-buch: bî den lûten ist daʒ unmuͦgelich, abir bî gote sint alle dinc muͦgelich, und bei Luther); was bei den menschen ummüglich ist, das ist bei gott müglich. Luther Luc. 18, 27;
pei got sint muglich alle ding.
meisterl. fol. 23 nr. 234;
einfaches es ist möglich kann dem sinne des satzes nach auf solche persönliche kraft oder umstände ebenfalls deuten: es ist nicht müglich, das wir etwas schaffen (unsere kraft reicht nicht dazu). 1 Macc. 9, 19; ich bin ewer zeuge, das, wenn es müglich gewesen were (goth. jabai mahteig vêsi), jr hettet ewer augen ausgerissen und mir gegeben. Gal. 4, 15; der aufstand, dessen gefahr Eblis, so lang es möglich war, seinem betrogenen herrn verborgen hatte. Wieland 7, 109; mehr ist nicht möglich, für jetzt zu thun: so ist das volk schon gesunken. Heinse Ardingh. 1, 319; aber die mutter soll nur ihre schuldigkeit thun, und sehn was auf den vater möglich ist. der junge Göthe 3, 139; oder es neigt sich, oder geht gänzlich über in die allgemeinere bedeutung des blosz geschehen könnenden, vgl. unten 2, b.
d)
die kurzen formeln wenn möglich, wo möglich, so viel als möglich, so lang als möglich u. ähnl. gehen ebenfalls meist deutlich auf solch persönliches vermögen, sie stehen für volleres wenn mir möglich ist u. ähnl.: so viel mir möglich, quantum possum et mihi licet, so viel mir möglich ist, quantum in me situm est. Steinbach 2, 70; er unterliesz nicht diesen heiligen ort, so viel ihm möglich, zu besuchen. Hoffmannswaldau ebenda; die neuere sprache verwendet diese kurzen formeln recht häufig und gern: komm, wenn möglich, gleich mit; ich komme so bald als möglich nach; er will so viel als möglich nachsicht haben; wir wollen wo möglich den ort N. heute noch erreichen; sovielmüglich, quod fieri potest. Stieler 1202; Sophokles soll den ganzen charakter der rede umgeschaffen, und ihn, so viel möglich, sittlich und moralisch gut gemacht haben? Lessing 6, 314; (dasz) der dichter ... darauf sehen musz, dasz so viel möglich jeder einzelne theil schön sei. 11, 145; wie? es sollte dem schriftsteller zu verdenken sein, wenn er sich die geburten seines kopfs so einträglich zu machen sucht, als nur immer möglich? 178; kurz, so viel möglich, jeden augenblick desselben eben so wohl und weislich anzuwenden, als ob mein ganzes dasein auf die dauer dieses erdenlebens eingeschränkt wäre. Wieland 3, 414; genieszet, so viel möglich, jeden augenblick eures lebens. 6, 107; einen weisen mann .. der ihre zerrütteten angelegenheiten wieder in ordnung brächte, und, unter des kaisers höchster autorität, so viel möglich auf den ehmaligen fusz zurück setzte. 8, 432; seine gewöhnlichsten reden waren, dasz er .. wo möglich in Venedig selbst einen einfall thun würde. Schiller hist.-krit. ausg. 4, 133;
ich .. soll
die schlechte meinung dir benehmen, dir,
wenns möglich, eine bessre abgewinnen.
gott weisz, das ist ein peinliches geschäft.
H. v. Kleist fam. Schroffenstein 1, 2;
schon bei Zinkgref: sie wolten jhn aufs beste jmer müglich empfangen und tractiren lassen. apophth. 2, 37. danach formen des attributiven adj.: die götter .. wachen für unsre tugend, wie sie für unser leben wachen. die so lang als mögliche erhaltung beider, ist ihr geheimes, ewiges geschäft. Lessing 2, 95; die so viel als mögliche vermeidung alles ominösen. 8, 250.
e)
adverbialer superlativ möglichst: möglichst, summe. Steinbach 2, 70; zu verben gestellt: sich möglichst anstrengen, sich möglichst mühe geben, eine sache möglichst beschleunigen; sich möglichst bemühen, summis viribus niti. Steinbach a. a. o.; nachdem ich die höheren ansichten, woraus das einzelne sich herleitet, abermals bei mir möglichst aufgeklärt (hatte). Göthe 31, 257; zu adverbien und adjectiven: ich komme möglichst bald, möglichst schnell; er wolle mit der besten überzeugung, mit der möglichst ruhigen entschlossenheit diesen schritt thun. Göthe 16, 154 (Werther; aber mit der möglichsten ruhigen entschlossenheit d. junge Göthe 3, 345); das möglichst gute. Klinger 9, 115.
f)
zu diesem superlativ tritt häufig noch das folgende adjectiv in den superlativ, statt in den positiv: (unternehmungen die) in der möglichst kürzesten zeit in gröszter vollkommenheit zu stande kamen. Wieland 7, 399; der möglichst beste deutsche hexameter reicht kaum an den rauhesten griechischen. Bürger 140ᵃ; vgl. nachher unter g.
g)
umschreibungen des adverbialen superlativs möglichst; aufs möglichste: gleichwol verbarg er dieses unvergnügen des volkes für seiner so herzlich geliebten Asblasten aufs möglichste. Lohenstein Arm. 1, 1040ᵃ; jedes hatte seine einbildungskraft und seinen witz aufs möglichste angestrengt. Göthe 18, 189; möglichster maszen: dem befehl möglichster maszen nachzukommen. Chr. Weise kl. leute 13;
des Lucifers und Sathans hauf
ihr list und anschläg haben drauf,
wie sie ihn möglichister maszen
in ihre klatten mögen fassen.
Meichel übersetzung von Bidermanns Cenodoxus, München 1635, s. 81;
der positiv möglich für möglichst, im sinne von so viel als nur möglich: gar manches unbequeme ja schädliche hat die erscheinung von gästen auf dem theater; wir lehnten sie sonst möglich ab. Göthe 31, 120;
das solstu mogelich sagen vort
den fursten, graven und den heren.
Liliencron volksl. 1, 207, 58;
(du) salt is mogelich vorbasz bringen.
208, 71;
er tritt zu adjectiven im positiv: das möglich entbehrliche der bedürfnisse. Klinger 11, 96; im comparativ: das möglich bessere. 268; oder zu adjectivischen superlativen (statt der fügung oben f): seine armee auf die möglich kleinste zahl einzuschränken. Schiller hist.-krit. ausg. 7, 307; und es treten dazu zusammensetzungen auf, in denen möglich als zweites glied adjectivisch sich findet, vergl. höchstmöglich, kleinstmöglich (theil 5, 1131).
2)
möglich, was geschehen kann; ohne dasz an die leistung einer bestimmten kraft mehr gedacht wird: was mit den formalen bedingungen der erfahrung übereinkommt, ist möglich. Kant 2, 217. dem wirklichen gegenüber gestellt: einen fürsten aufzustellen, der das höchste mögliche ideal bürgerlicher glückseligkeit für sein zeitalter dereinst wirklich machen sollte. Schiller hist.-krit. ausg. 6, 63; ein sprung von der idee, vom möglichen, zur wirklichkeit. Göthe 53, 129. Solches möglich steht
a)
attributiv: eine mögliche sache, res possibilis. Steinbach 2, 70; ein möglicher fall; alle möglichen fälle berücksichtigen; und wäre der tausendmaltausendste fall nur der mögliche, so könnte der tausendmaltausendste wahr werden. Schiller Fiesko 4, 14; möglichen falls, vgl. th. 3, 1289; möglicher weise: möglicher weise kommt er noch heute abend zurück, auch zusammengerückt möglicherweise geschrieben.
b)
prädicativ, etwas ist möglich: dieser fall ist möglich, jener nicht; es ist gar wohl möglich, prorsus fieri potest. Steinbach 2, 70; es werden falsche Christi und falsche propheten aufstehen, und grosze zeichen und wunder thun, das verfüret werden in den jrthum (wo es müglich were) auch die auszerweleten. Matth. 24, 24; mein vater, ists müglich, so gehe dieser kelch von mir. 26, 39; ists nicht müglich, das dieser kelch von mir gehe, ich trinke jn denn, so geschehe dein wille. 42; betet, das, so es müglich were, die stunde fur uber gienge. Marc. 14, 35; müssen wir .. auch hierinnen gott gehorchen, so müssen uns auch seine befehle bekannt werden können, und wie solches anders, als aus betrachtung der begebenheiten möglich sei, läszt sich meines erachtens gar nicht begreifen. Kästner verm. schr. 1, 21;
ists müglich, lasz mich gar zu grund
in dir gehn und versinken.
P. Gerhard 45, 25;
in verkürzter formel: welches unglück, wenn er plötzlich wüthend würde, den vater, wie leicht möglich, ansteckte, und beide die riesenkraft der raserei entfalteten! Immermann Münchh. 1, 121; in fragenden sätzen: ist das möglich?; wie war so etwas möglich?; Chariclia ist der sachen erschrocken, und gefraget, wie ist es müglich, sie daher zu kommen? buch d. liebe 186ᵈ; solte es auch wol müglich sein? poteritne hoc aliqua ratione fieri? Stieler 1202; seh ich recht? rief er: ists möglich? Wieland 8, 417;
wärs möglich? könnt ich nicht mehr, wie ich wollte?
Schiller Wallensteins tod 1, 4;
in ausrufen des zweifels, der verwunderung: es ist nicht möglich! ruft der durch etwas überraschte, auch: es ist nicht menschenmöglich!, vgl. dazu auch menschlich und möglich oben sp. 2085, nr. 4; es ist nicht möglich, dasz sie eine Brittin sind! Schiller kab. u. liebe 2, 3;
wie ist es müglich, höchstes licht
dasz .. ich und mein armes fleisch und blut
dir zu entgegen eingen mut
und herze sollte fassen.
P. Gerhard 324, 1;
in sätzen der unbestimmtheit, wo möglich als gegensatz gegen festes wissen steht: es ist möglich, dasz das so ist, ich weisz es nicht; von dieser nessel ist müglich, dasz die histori kommen sei von Hercule. Forer fischb. 115ᵃ; in der kurzen formel möglich, dasz .. (vergl. dazu das niederl. moghelick i. mach-schien, forte, fieri potest Kilian): möglich, .. dasz das ganze gerüste meiner schlüsse ein bestandloses traumbild gewesen. Schiller hist.-krit. ausg. 4, 52; möglich, dasz in der tiefe seiner seele gedanken schlummerten. Immermann Münchh. 1, 23;
möglich, dasz der vater nun
die tyrannei des éinen rings nicht länger
in seinem hause dulden wollen!
Lessing 2, 280;
im comparativ: es ist müglicher, das der Rein versiegt, denn das dirs an worten gebreche. Luther 1, 390ᵇ;
o, möglicher wär nichts!
Lessing 2, 315.
c)
ähnliche formeln: etwas scheint möglich, wird für möglich gehalten, als möglich voraus gesetzt; wie konnte er so übermäszig bescheiden sein, so etwas als möglich vorauszusetzen? Wieland 7, 373; es gibt so manches wünschenswerthe, möglich scheinende. Göthe 53, 144;
ich dacht in meinem sinn, ob es solt müglich scheinen.
B. Venator bei Opitz (1624) 190;
etwas möglich machen: es müssen seltsame dinge vorgegangen sein, .. um diese zusammenkunft, die ich kaum meinen augen glauben kann, möglich zu machen. Wieland 8, 418;
unmüglich kannst du müglich machen.
Weckherlin 364.
d)
der adverbiale superlativ möglichst, wie möglicher weise (oben 2, a): es ist anders nichts, als: mit einem geborgeten kleide geputzt sein, welches uns, möglichst diese stunde wieder ausgezogen werden kan. Butschky Patm. 50.
3)
in der heutigen sprache gilt möglich von personen in bezug auf gesellschaftliche zulassung und anerkennung, nur in gewissen formeln: er ist in diesem kreise nicht mehr möglich, in der gesellschaft ist er kaum noch möglich, die sich gebildet haben nach der verneinung unmöglich (s. d.); zunächst nämlich ist diese in solchem sinne verwendet worden.
4)
möglich in der bergmannssprache: möglicher gang, ein reicher, findiger gang, welcher viel erz gibt, franz. mine riche. Jacobsson 3, 81ᵇ. es ist wie mächtig 3, oben sp. 1408, und setzt ein subst. möge in dem sinne der fülle und menge voraus (wie altes macht, vgl. sp. 1403).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 13 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2464, Z. 30.

müglich, muglos

müglich, muglos,
s. möglich, möglos.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2626, Z. 17.

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Zitationshilfe
„müglich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/m%C3%BCglich>, abgerufen am 08.05.2021.

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