Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mühmlein, n.

mühmlein, n.
1)
muhme im zärtlichen sinne, weibliche seitenverwandte: sie ist mein schwester, mein mümel und ich hon einen anmut zu ir. Keisersberg seelenpar. 66ᵃ; es sei (bei der hochzeit zu Kana) Simon oder Juda der breutgam, und die braut auch ein nahe mümlin, im andern oder dritten glied gewest. Luther 8, 128ᵃ; darnach wo ein reicher freund oder vetter war, da liefen die armen freunde oder mümlin hin. tischr. 312ᵇ;
nun kann ich euch (einem freier) versagen nit
mein mümblein, das sol ewer sein.
H. Sachs fastn. sp. 3, 111, 355.
2)
mühmlein, name der unke oder kröte. Schm. 1, 1599 Fromm., in der form möhmlein sp. 2469. glaublich liegt hier die bedeutung von muhme 5 zu grunde, denn die kröte gilt als hexe, die mit dem teufel unzucht treibt, auch als verliebt, vergl. kröte theil 5, 2417 fg.
3)
mühmlein heiszt auch die sumpfmeise, parus palustris. Nemnich 4, 870, sonst nonnenmeise, mönchmeise, vgl.muhme 5; und das wiesel, mustela vulgaris, ital. donnola. Schm. a. a. o.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2647, Z. 35.

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Zitationshilfe
„mühmlein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/m%C3%BChmlein>, abgerufen am 17.06.2021.

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