Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

mühsal, n., f.

mühsal, n. f.
mühe und beschwerde in verstärktem sinne; mhd. müejesal, müesal nicht ungewöhnlich, nachher seltener werdend: mühesal Schottel 377;
dann müssen wir dies kleid
ie länger wir betagen,
mit noth und mühsal tragen.
Tscherning bei Campe;
Steinbach 2, 80 führt das mühsal, opera, labor nur als ein auszer gebrauch befindliches grundwort zu mühsälig auf, Stieler, Frisch und Adelung verzeichnen es gar nicht; in der that ist es der sprache des späteren 17. und des 18. jh. bis auf Klopstock fremd geworden. hier erscheint zuerst wieder das wort, in alter weise als neutr.:
umsonst ist alle sein mühsal,
ewig umsonst.
Klopstock 3, 72 (Mess. 2, 373, früher seine bemühung);
mit mühsal haut er
bäum um.
2, 203;
und so auch später: wenn er das ende gegenwärtigen mühsals wünschen mag. Göthe 46, 225; aber lieber als fem., wie schon im 16. jahrh.: disz theten Reinhart und die seine, nit on grosze müsall. Aimon bog. C 2; keine mühsal des feldbaues mehr. Dahlmann dän. gesch. 1, 33; die mühsal, womit man .. aus seetang und seetorf unreines salz zog. 129; der könig werde ... mehr mühsal von beiden kronen haben, als jetzt freude an der einen. 308;
man kann noch nicht der mühsal dich entwöhnen.
Rückert 142;
im plur.: die mühsalen des lebens.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2647, Z. 65.

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Zitationshilfe
„mühsal“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/m%C3%BChsal>, abgerufen am 08.05.2021.

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