Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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milbe, f.

milbe, f.
1)
acarus. das hochdeutsche wort (niederd. dafür miete, s. d., niederl. mijte, obschon auch meluwe, milwe acarus bei Kilian) ist in der alten sprache auf das eine oder andere insect bezogen, welches milbt, d. h. gegenstände in mehl oder staub verwandelt: ahd. ni curet iu trisiuuen treso in erdu, thâr iʒ rost inti miliuua furmalent (ubi erugo et tinea demolitur). Tat. 36, 1 (Matth. 6, 19, bei Luther die motten und der rost); mhd. tinea milwe, milhe, milb, plur. milwin Dief. 584ᵇ; als (gleichwie) die milwen daʒ gewant freʒʒent und verderbent. Megenberg 87, 13;
daʒ ê blût sam diu lilje,
daʒ wirt als daʒ gewant daʒ diu milwe
beneget unt friʒʒet.
H. v. Melk erinnerung 684,
also unser schabe oder motte bezeichnend; cimex milben Dief. 119ᵇ; milben, ciplex, virea, erugo. voc. inc. theut. n 7ᵃ; gern aber, und später ausschlieszlich geht das wort auf das geschlecht acarus: acarus milb, mele Dief. 6ᵇ;
wê dir von Zweter Regimâr! ..
du speltest, als ein milwe, ein hâr.
minnes. 2, 241ᵃ Hagen;
in vielen arten, auf thieren, früchten, käse, mehl (Nemnich 1, 14 ff.), vgl. bienenmilbe, haarmilbe, käsemilbe, kornmilbe u. s. w.; auch auf der haut des menschen, vgl. krätzmilbe; die milwen wolten inen das salz essen, sie hetten so alt salz, sie solten inen raten, wie sie es behielten vor den würmen. Keisersberg narrensch. 101ᵃ; ein schatz von salz daʒ wolten jm die mülben fressen. Pauli schimpf 18ᵇ; für milben und anderm unraht im haar. Gäbelkhover arzneib. (1599) 2, 101; die milwen, acarus, wie sie auf dem käsz wachsend. Maaler 290ᵇ; der käse ist der milben kindbette, caseus est acarorum puerperium. Steinbach 2, 61; womit soll ich dich vergleichen, alte närrische erde? bist du ein käse, auf dem milben umher krabbeln? Immermann Münchh. 3, 216; als bild äuszerster kleinheit:
noch kleiner vil dann ist ein milbe
sô wil ich meʒʒen.
Kolmarer meisterl. 82, 47.
2)
milbe, bei den meistersängern, weglassung des schluszlautes eines wortes: mylben, sind fehler, wann am ende des verses, der reimung halber abgebrochen wird, da doch dasselbige wort von natur den buchstaben erfordert, als: von diesem dinge will ich jetzo singe. Wagenseil de civ. Norimb. 529.
3)
milbe, am Rheine der fisch cyprinus aspius, rappfisch, auch mülbe, minne. Nemnich 2, 1355.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1884), Bd. VI (1885), Sp. 2183, Z. 75.

mülbe, f.

mülbe, f.
s. milbe sp. 2183 fg.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1885), Bd. VI (1885), Sp. 2652, Z. 18.

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Zitationshilfe
„mülbe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/m%C3%BClbe>, abgerufen am 26.10.2021.

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